Leben in einer Welt des “Beweisen müssens”

Woher kommt das eigentlich – und wohin führt uns das?

Seit Jahren begleite ich Studierende bei der Erstellung ihrer Masterthesen. Die Vorgehensweise erscheint klar. Nachdem in einer Beschreibung der Situation Widersprüche aufgezeigt wurden, wird eine Forschungsfrage formuliert und sich dann systematisch an deren Beantwortung gemacht. Dabei gilt es, nicht irgendwelche Behauptungen aufzustellen, sondern geprüfte Quellen zu zitieren, die belastbare Aussagen treffen. Und dann findet man eventuell die Antwort auf die Forschungsfrage.

Auch im Marketing für Trainer und Coaches findet man jede Menge Referenzen, Zertifikate, Empfehlungen. Wir lernen bereits in der Schule, nicht die “Katze im Sack” zu kaufen und erhöhen unser Misstrauen gegenüber allem Fremden.

Das führt dazu, dass immer neue Zertifikate, Studiengänge in sehr spezialisierte Fachkompetenzen und neue Fachbegriffe erfunden werden. Die Kreativität wird auf die Entwicklung von Rechtfertigungsstrategien verschwendet, statt auf die Entwicklung neuer Ideen.

Wir sind – wenn wir versäumen, uns einfach mal der eigenen Erfahrungs- und Gefühlswelt zu öffnen – Weltmeister der Rechtfertigung, bekommen einen scharfen Verstand und können die Welt sezieren. Aber wir werden uns schwer tun, Neues zu schaffen.

Beim Sezieren beschäftigen wir uns mit dem Toten. Wir schauen an, was gewesen ist und wie es in seine Einzelteile zerfällt.

Dem gegenüber steht die Auseinandersetzung mit dem Lebendigen, dem Werdenden. Dabei müssen wir das Leben geschehen lassen und Freiräume für Selbstentwicklung geben. Unvorhergesehenes muss geschehen können. Dann entsteht Erfahrung.

In Unternehmen ist der Raum für Erfahrungen oft nicht gewünscht. Wir suchen Lokführer, Fachplaner, Gärtner … Und wir hoffen, dass sie ihren Beruf verstanden haben, am besten so, daß wir ihnen möglichst wenig erklären müssen. Dann funktioniert auch die Zusammenarbeit – hoffen wir zumindest.

Es gibt aber auch die Quereinsteiger, Menschen, die Lust auf eine neue Erfahrung haben, die lernen wollen und sich ihre Fachkompetenz durch ganz viel Ausprobieren erarbeitet haben. Diese können oft keine Zeugnisse darüber vorweisen, Und wären wahrscheinlich die bessere Stellenbesetzung. Denn sie bringen den zukünftigen Entdeckergeist, Innovationsfreude und Lernbereitschaft mit.

Ich durfte viele Studierende auf ihrem Weg zum “International MBA in Management and Communications” begleiten. Die Meisten wollten den Titel, um eine bessere berufliche Position zu erreichen. Diejenigen, die aus Interesse an den Inhalten kamen, gaben die Impulse für die Höchstleistungen. Manchmal zerbrach ein Lernteam an den extrem polaren Ausprägungen. Wenn es aber gelang, das Eigeninteresse und nicht das Bestehenwollen zu wecken, dann konnten die Kurse grandiose Leistungen erbringen.

Gerade in der Krise zeigt sich die Notwendigkeit, sich mit Unwissenheit und Neugier auf das Leben einzulassen. Meine Empfehlung: holt euch immer wieder Menschen, die aus Eigenerfahrung gelernt haben und keine Scheu haben, lebenslang zu lernen. Oft erkennt man sie daran, dass sie bereits vieles gemacht haben, aber wenige Zeugnisse vorweisen können.

Um herauszufinden, ob ihr ihren Erfahrungen trauen könnt, müssen wir sehr gut zuhören können und ihnen die richtigen Fragen stellen, damit sie ihre Erfahrungen auch offen artikulieren.

Wo hast Du das letzte Mal aus Lust an der Erfahrung gelernt?

Wie du lernst, die richtigen Fragen zu stellen, erfährst du hier

Gesten für virtuelle Teambesprechungen

Geht es Dir auch so, dass Du in virtuellen Besprechungen abschaltest, weil jemand zu lang oder nicht mehr zum Thema redet? Da dich aber der Moderator stumm geschaltet hat, schaltest Du auch lieber ab und wendest dich deinen Mails zu?

Gerade in virtuellen Teambesprechungen ist es notwendig, dass jeder an der Moderation mitbeteiligt ist. Üblich ist schon das allgemeine Daumen-Hoch oder das stumme Beifall signalisieren durch Händeschütteln. In diesem Artikel möchte ich dir ein paar weitere Gesten vorstellen und Hinweise geben, wie Du in virtuellen Meetings die Teilnehmer interaktiver mehr einbinden kannst.

Die Idee zu diesem Artikel kam mir bei einem Meetup der CLC Corporate Learning Community München zum Thema “Erlebnis- und erfahrungsorientierte Methoden in virtuellen Trainings”. Im Rahmen des interaktiven Austausches stellte ich meine sechs Gesten vor und wir haben kurz – aber knackig darüber diskutiert. Da wir sowieso beim Thema “interaktiv” sind: Starte selbst und mach dir Gedanken darüber, wie Du die folgenden Symbole und ihre Erklärungen in einer Gestig darstellen kannst.

In unserer MeetUp-Session haben wir darüber diskutiert, ob die Kotz-Dich-Aus-Geste auch wertschätzend dargestellt werden kann. Ich denke, dass ist je nach Teamkultur durchaus zu beachten. Vielleicht findest Du etwas anderes, was in eine ähnliche Richtung führt.

Von Petra lernte ich die Kreisende Hand über dem Kopf kennen. Sie nutzt diese Gestik, um den anderen Teilnehmenden zu sagen: Das, was Du gerade sagst, ist schon gesagt, bitte ergänze nur Neues.

Bernhard warf ein: Es wäre doch toll, wenn man zu Beginn des Online-Workshops die Teilnehmenden gleich selbst sich Gesten überlegen lässt, mit denen Sie sich stumm äußern können. Dann hätten sie auch gleich etwas, mit dem sie sich vorstellen könnten.

Welche Gesten fallen Dir ein? – Und wofür fehlen dir noch Gesten, um als stummer Teilnehmer in Online-Meetings in die Moderation einzugreifen? Ich freue mich über deine Rückmeldung!

Die sechs Symbole für den obigen Gedankenimpuls entstammen übrigens dem Kartenset “KATALYST – Quiet Moderation Cards”. Diese Karten dienen dazu, dass in Präsenzmeetings auch in größeren Gruppen, jeder in die Moderation mit eingreifen kann, ohne das gesprochene Wort des aktuellen Redners zu unterbrechen.

… Und wenn am Ende des Tagesordnungspunktes noch ein Elch auf dem Tisch übrig bleibt, klärt der Elchhüter, ob daraus ein neuer Tagesordnungspunkt entsteht und wer mit wem den Elch vom Tisch zu holen hat…

Selbstzweifel

Meine Tochter will Skaterin werden. Sie hat sich von ihrem Taschengeld ein Skateboard gekauft – kein Longboard und kein Pennyboard, nur damit das gleich klargestellt ist. Sie scheint da ihrem Bruder nachzueifern. Der hat sich Dirtbiken als Gefahrensport ausgesucht. Als Vater frage ich mich: Wird sie das lernen? Waghalsige Stunts, eine Clique, mit der sie später an den Sommerabenden an irgendwelchen Spots rumhängt? Wird sie sich die richtigen Menschen aussuchen, mit denen sie sich trifft? – Und vorallem: Habe ich sie genügend unterstützt in ihrer Befähigung?

Während die ersten Fragen alle nur meine Tochter beantworten kann, ist die letzte Frage die wichtigste: Meine Frage an mich. Geprägt von Selbstzweifel.

Die geschenkte Zeit dank des Lockdowns hat in vielen Familien, Unternehmen, Initiativen zu vielen neuen Ideen und vertiefenden Fragestellungen zu alten Ideen beigetragen. Im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen tauchten Möglichkeiten, sich konkretisierende Vorstellungen und Lösungsansätze auf.

Und mit zunehmender Zeit auch Selbstzweifel. Der Zweifel am eigenen Gedanken oder am eigenen Tun?

Im Begriff des Zweifels steckt die Zwei. Sie ist Ausdruck einer Polarität, eines “Dazwischen-Seins” ohne ganz das Eine oder das Andere zu haben oder zu sein.

Der Zweifel ist Ausdruck einer noch nicht ausgesprochenen Frage. Er entsteht oft als Bauchgefühl. Beobachtet man die Situationen genauer, in denen er auftritt, kann man feststellen dass der Zweifel “gegenwärtig” ist. Er taucht auf zwischen einer erlebten Vergangenheit und einer vor uns liegenden Zukunft.

Willst Du den Zweifel genauer untersuchen, kannst Du in der Vergangenheit anschauen: Was hat faktisch, konkret zu meinem Zweifel geführt? Und welche persönlichen Annahmen, Urteile, Meinungsbilder trugen dazu bei? In die Zukunft kannst Du fragen: Welches persönliche Ziel will ich erreichen und welche konkreten Möglichkeiten und Wege ergeben sich, die ich wirklich gehen kann?

Lex Bos hat diese Systematik “Dynamische Urteilbildung” genannt. Die vier Fragen nach konkreten Fakten, Meinungen, Zielen und Wegen gruppiert er um eine Frage, die jemand hat. Dabei stellt er heraus, dass die Reihenfolge der Beantwortung dieser vier Fragen keine Rolle spiele. Deshalb sei das Modell als dynamisch zu bezeichnen.

Die Gedanken, die beim Selbstzweifel auftreten, “schweifen” über diese vier Felder um die eigentliche, persönliche Frage. Nimm dir ein Blatt Papier, teile es in vier Quadranten, benenne die Quadranten im Uhrzeigersinn von oben links beginnend die Feldbezeichnungen “Fakten”, “Ziele”, “Wege” und “Meinungen”, so hat du links die beiden vergangenheitsorientierten Felder, rechts die beiden zukunftsorientierten Felder. Und dann beginne deine Assoziationen zu sammeln.

Du wirst bald merken, dass sich eine konkretere Fragestellung herauskristallisiert. Eine mögliche Ausgangsfrage verändert sich. Sie entwickelt sich dynamisch zu etwas Neuem, drängendem, etwas, was dich motiviert. Notiere – sobald Du das Gefühl hast, sie ist formulierbar, diese neue Frage und notiere wieder Fakten, Meinungen, Ziele und Wege.

So wird aus dem Selbstzweifel, aus dem Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen persönlichem und realistisch-faktischem, Schritt für Schritt eine Frage, die Du gut artikulieren kannst. Mit dieser Frage kannst Du dann leichter umgehen, kannst sie erstmal mitnehmen, weitere Untersuchungen machen und findest “ohne es zu merken” in eine Lösung.

Ich wünsche mir, dass sich dieses kleine, aber sehr starke Werkzeug weiterverbreitet. Die Evokatorische Führung baut auf der Dynamischen Urteilsbildung auf. Sie wird ergänzt durch weitere Modelle, die der Führungskraft Orientierung geben und dem Geführten beim Durchdenken seiner eigenen Lösungsvorschläge hilft.

An was zweifelst Du gerade im Umgang mit dir selbst?

Bild von Santa3 auf Pixabay

Ich wünsche mir für meine Tochter übrigens, dass sie es schafft. Dass sie mit unzähligen Übungen von Tag zu Tag besser wird, dass es möglichst ohne Verletzung, aber mit Respekt geschieht und dass sie Menschen findet, die ihr helfen, ihren Stil zu finden.

Post Corona? – Wie es weitergeht

Nein, ich kenne die Antwort nicht. Aber ich weiß, es wird weitergehen. Warum also dann diesen Artikel?

Zunächst einmal: Wenn das Virus so hartnäckig ist, wird es kein “post Corona” geben. Wir werden mit dem Virus leben müssen. Genauso wie mit anderen Viren, Krankheiten, oder besser Befindlichkeiten. Wir werden also nicht fragen müssen, wie es nach Corona weitergeht, sondern mit Corona in seiner unterschiedlich starken Verbreitung.

Beachtet man die Schlagzeilen und das, was in unserer Branche geschrieben wird, so geht es dort um das “Neue Neu”. Auch das ist nicht neu. Vieles scheint so, als wäre es getrieben vom starken Wunsch, wieder eine Normalität zu erreichen, die derjenigen vor Corona ähnlich ist. Da ist es verständlich, dass alte Methoden und Lösungsansätze in einen neuen Namen gepackt werden und angeboten werden. Und noch etwas lässt sich beobachten: Die Bundesregierung stellt den zurückgeholten Bürgern ihre Flüge in Rechnung, Laschek prüft, ob Tönnies haftbar gemacht werden kann und auch bei den Landwirten wird den Verbrauchern vorgeworfen, sie haben Schuld an dem, was durch bei Tönnies publik gewordenen Arbeitsbedingungen in der Ernährungserzeugung schief läuft. “Versagen” der Politik, der einzelnen Berufssparten, der Gesellschaft wird laut geschrien und immer wieder wird versucht, die Schuld auf andere abzuwälzen.

Bild von Pasi Mäenpää auf Pixabay

Wir sind alle gemeinsam mitschuldig an dem, was sich jetzt zeigt: Wir haben falsch oder nicht gewählt, waren beim falschen Geschäft einkaufen, haben nicht rechtzeitig unsere Stimme erhoben oder zu wenig für unsere Gesundheit getan.

Und?

Jeder von uns kann sich ändern. Das Vergangene können wir nicht ungeschehen machen. Aber unseren Weg in die Zukunft können wir gestalten. Mit jedem Schritt, den wir vor die Türe setzen, entscheiden wir uns. Mit jedem Euro, den wir ausgeben, entscheiden wir uns. Mit jedem Gedanken, den wir aussprechen, entscheiden wir uns.

Eines der größten Probleme in der Vergangenheit, die ich in meiner über 20jährigen Erfahrung als Teamtrainer, Weiterbildner und Coach machen konnte, war die Schwierigkeit vom Denken in das Handeln zu kommen. Seien wir doch ehrlich zu uns selbst: Wir wissen, was alles um uns herum nicht nachhaltig genug ist, um den Klimawandel zu stoppen, was unsozial und menschenverachtend ist. Und dennoch bleiben wir in unserem alten Verhalten. Meistens spielt Anonymität eine Rolle. Oder auch der Einfluss der Freunde und Kollegen mit ihren Meinungsäußerungen.

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Kürzlich las ich in einem kurzen Artikel des Harvard Business Managers zu diesem Thema über eine Werbekampagne für eine Entwöhnungshotline für Raucher. Man hatte Kinder gebeten, Raucher auf der Straße anzusprechen und um Feuer zu bitten. Die meisten Erwachsenen sorgten sich um das Wohl der Kinder und verweigerten das Feuer. Daraufhin überreichten die Kinder einen Zettel mit der sinngemäß gestellten Frage “Du sorgst dich um meine Gesundheit, warum sorgst Du dich nicht um deine eigene Gesundheit” sowie der Telefonnummer der Hotline. Die Anrufe stiegen um mehr als 60%.

Was hat das mit unserem Handeln ab sofort zu tun? Wenn wir uns die Diskrepanz unserer Vorstellungen mit unserem Handeln bewusst machen, dann entsteht ein Handlungsimpuls. Unter dem evokatorischen Prinzip betrachtet bedeutet dies: Wenn ich eine persönliche Frage an mich selbst habe, dann entsteht Handlungsmotivation.

Wie geht es also weiter – für Dich? Ein Weg ist es, sich der eigenen Fragen bewusst zu werden: Wo kommen sie her? Welche Ziele will ich mit der Frage erreichen, was muss geschehen, damit die Frage ihre Antwort finden kann?

Jetzt gibt es nur noch einen weiteren, kleinen Haken: Häufig lösen Fragen, die andere an uns stellen zwar ein Nach- und Weiterdenken aus. Wenn es aber keine wirklich aus mir heraus gestellte Frage ist, dann ist die Wirkung des Umsetzungsimpuls viel schwächer. Welche Frage hätten wohl die Kinder stellen sollen, damit die Frage beim Raucher auftaucht “Wie kann ich mich auch um meine Gesundheit sorgen?”

Was bedeutet dieses Phänomen für Post-Corona?

Die Vergangenheit und die Erkenntnisse zum Umweltschutz, zur sinnstiftenden Unternehmensführung, Antidiskriminierung etc sind uns weitestgehend bekannt. Unbekannt ist, was die Zukunft für mich als Einzelnen und in meiner Familie birgt, was ich daraus machen kann. Klar hat nicht jeder alle Möglichkeiten, aber jeder hat Möglichkeiten, mögen sie auch noch so gering sein.

Die Zukunft wird sich durch die vielen kleinen Entscheidungen gestalten, die wir treffen. Dass dabei sowohl ganz persönliche Interessen als auch gesellschaftliche Anforderungen bedacht werden müssen, ist in diesen Zeiten wichtiger denn je. Covid-19 zeigt uns genau diese Dringlichkeit, den Fokus nicht nur auf den persönlichen Teil meiner Entscheidung zu lenken, sondern auch auf den gesellschaftlichen.

Gehen ist ein schrittweises Fallen in die vorher bestimmte Richtung. Probiere es aus, gehe ganz langsam und dann immer schneller. Weitergehen wird es durch die Schritte, die jeder von uns geht. Die Richtung haben wir schon vorher entschieden. Die Geschwindigkeit unseres Gehens hängt oft von unserer Motivation auf das Ziel ab. Auch sie bestimmen wir mental.

Damit ändert sie die Ausgangsfrage erneut: Wohin und mit welcher Motivation gehen wir in Zukunft?

Willst Du, dass diese Richtung von Anderen für dich festgelegt wird? Oder brauchst du zumindest Leitplanken und Geländer, die andere vor dir erstellen? Oder bist Du jemand, der selbst Vorreiter sein will?

Diejenigen, die jetzt voraus gehen, sollten für die ängstlicheren Geländer errichten. Was dabei für den Erhalt unseres Planeten und einer enkeltauglichen Gesellschaft nötig ist, wissen wir. Packen wir es also an und gehen unsere mental vorbereiteten Schritte. Jeder seine eigenen. Was werden deine nächsten Schritte sein?

Ist unser Fokus zu knapp gedacht?

Im Rahmen einer U-Journey überraschte mich die Entwicklung der Rollen der Transformationsbegleitung. Was ein anderer Fokus bedeuten könnte, darüber schreibe ich in diesem Artikel.

U-Journey – die Zukunft aussprechen lassen

Als Change-Begleiter konnte ich in den vergangenen Wochen und Monaten an vielen Stellen beobachten, wie Kolleginnen und Kollegen das Neue Neu gedacht haben. Endlich ist die Zeit der Purpose Driven Unternehmen angebrochen. Welche Rollen spielen Führungskräfte, Stakeholder und Transformationsbegleiter? Welche Veränderungen sind für Mitarbeitende und die ersehnte Work-Life-Balance möglich und nötig? Mit welchen Tools lassen sich auch Mitarbeiter einbinden und Kunden überzeugen? Welche neuen Narrative werden die Business-Innovation darstellen?

Diesen Fragen haben wir uns in einer U.x Journey gewidmet und mit 3D – und 4D Mapping genähert. Bei beiden Methoden geht es darum, ähnlich wie im Familienstellen nach Hellinger, Ist-Zustände und Soll-Zustände als Skulpturen zu erleben und dabei den Veränderungsprozess zu beobachten. Rollen werden definiert, mit großer Aufmerksamkeit wird von einzelnen Gruppenmitgliedern hineingespürt, Bewegungsimpulse werden aufgegriffen und beobachtet.

Oft spricht sich in diesen Sessions etwas aus, was alle Teilnehmenden als evident erleben. Scharmer nennt dies den Moment des Presencing, in dem sich “die Zukunft ausspricht”.

Die Überraschung

In unserem Setting gab es neben den klassischen Rollen der Stakeholder, Manager und Mitarbeiter auch die Rollen des Transformationsteams, der Erde und der Kinder. Letztere waren Repräsentanten der Angehörigen als auch der nächsten Generationen.

Was mich überrascht hat, war das Verschwinden der Transformationsbegleiter. Der gesamte Fokus aller Beobachter und auch der anderen Rollen wurde auf die Interaktion zwischen Erde und Kinder gezogen, verbunden mit einer Wandlung der Energie.

Bild von Esther Merbt auf Pixabay

Assoziativ dazu mag einem direkt Fridays for Future, totgeredete Nachhaltigkeitsdebatten der Erwachsenen und Umweltschädigungen durch Raubbau und Verschmutzung direkt in den Sinn kommen.

Fähigkeiten der Kinder

Es spielte für mich aber noch etwas Anderes eine Rolle: Was haben die Kinder an sich, was sie kindlich macht?

Da ist zum Beispiel ihre unfassbare Neugierde und Lernbereitschaft. Auch ihre Lebensfreude und ihr Nachahmungsdrang fallen mir sofort ein. Oder ihre Träume und Emotionalität. Der Umgang mit Fehlern, das Üben von neuen Fähigkeiten (sei es das erste Radfahren, Dribbeln mit dem Ball, Klettern, Gehen lernen etc.)

Unvoreingenommenheit fällt mir dabei auf. Die Anerkennung des Anderen, wie er ist, Respekt, Erkenntnis, was man noch nicht kann oder die gnadenlose Ehrlichkeit und Direktheit in der Auswahl der Freundschaften.

All diese Fähigkeiten scheinen uns im Stress des Berufsalltags abhanden gekommen zu sein. Dabei würden sie im Berufsalltag vieles erleichtern und ermöglichen – denke ich. Und um sicher zu gehen, ob mein eigenes Urteil stimmt, frage ich bei meiner Frau nach. Sie ist leitende Erzieherin in einem Kindergarten und hat sich intensiv mit der Reggiopädagogik beschäftigt und diese angewendet.

Kind oder Erziehungserfahrung?

“Dein Bild vom Kind klingt mir sehr romantisiert” sagt sie. Und wieder beobachte ich einen Richtungswechsel in meiner Perspektive. Natürlich gibt es Kinder, die meinem Wunschbild des Kindseins entsprechen. Bedeutender ist jedoch etwas anderes: Eltern machen über viele Jahre die Erfahrung, dass sie etwas oder jemanden auf einen vorgedachten Weg bringen wollen. Manches gelingt, an vielen Stellen jedoch erfahren sie immer wieder, dass es nicht so geht, wie sie es wollen.

Bild von Esther Merbt auf Pixabay

So wie Kinder und Jugendliche uns ständig vor Augen führen, dass sie einen eigenen Willen, eine eigene Emotionalität und eigenes Denken haben, machen wir als Eltern ständig die Erfahrung, dass wir uns von diesem Eigenen nicht einfach trennen können. Erziehungserfahrungen von Eltern sind Kernerfahrungen für Change. Aus diesen gemeinsamen Erfahrungen heraus, ließe sich vielleicht der Wandel ganz anders gestalten.

Was kannst Du tun?

Konkret: Was wäre, wenn Manager und Mitarbeiter in Unternehmen regelmäßig in den Austausch über ihre Erfahrung bei der Erziehung ihrer Kinder gingen, ohne den Anspruch zu haben, daraus die Lösung für die nächsten Transformationsschritte zu entwickeln? Was wäre dann, wenn sie in einem zweiten Schritt den Fokus auf die Veränderungen und die Darin verborgene kindliche Neugierde, Willensstärke, Transparenz und Ehrlichkeit legen würden?

Als ich einen Teil dieser Gedanken vor ein paar Tagen mit einem Freund teilte, der eine Produktion eines mittelständischen Unternehmens mit über 100 Produktionsmitarbeitern leitet, fragte ich ihn: “Wie viele deiner Mitarbeiter wären bereit ein bisschen mehr Verantwortung zu übernehmen und damit Veränderung zu bewirken?” Seine Antwort war ernüchternd mit geschätzten 15-20%. Als ich dann fragte “Mit wie vielen Mitarbeitern und Kollegen hast du dich über deine oder ihre Erziehungsfragen ausgetauscht?” antwortete er: “Das sind schon einige”. “Ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mit diesen Kollegen und Mitarbeitern Veränderung beginnst größer, als mit den anderen?” Er erwiderte: “Ja, definitiv. Sich über Erziehung der Kinder auszutauschen ist schon etwas sehr persönliches und zeugt von einer anderen Qualität der Beziehung”. Könnte das ein neuer Fokus sein?

Eine Kinderwirkstatt als Denkraum

Wir würden mit dem Fokus auf unsere Erfahrungen im Umgang mit unseren Kindern die Aufmerksamkeit auf ein viel weiteres Feld legen. Fragen nach der Enkeltauglichkeit unserer Unternehmungen ließen sich an den persönlichen Erfahrungen aller Beteiligten entwickeln und vertiefen. Die Bedeutung von Wahl- oder genetischer Familie würde zunehmen und im Austausch darüber könnten andere Beziehungen geknüpft werden.

Bild von skalekar1992 auf Pixabay

Ich bin gespannt, ob sich jemand traut, solch eine “Kinderwirkstatt” einzurichten, bei der auch Mitarbeitende gerne gesehen sind, die (noch) keine Kinder haben, aber die Erfahrungen über den Umgang mit wachsender Selbstverantwortung beobachten, lernen, begreifen wollen.

Weitere Informationen

Im Rahmen des Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V. helfen wir Interessierten, Begegnungen auf Bauernhöfen zu ermöglichen, die nachhaltig und vorallem an den Fragen der Gäste orientiert sind. Viele gemeinsame Erfahrungen und die Begegnung auf Augenhöhe mit dem Gast, sind ein Grundprinzip. Dabei entdecken wir auch immer wieder die kindliche Freude der Erwachsenen. Der Vater, der seit Kinderzeiten mal Trecker fahren will, die Freude über die Erinnerung einer Rentnerin an ihre Kindheit mit dem Schweinestall, die humorvolle Erkenntnis über das eigene Mißverständnis selbst bei Fachleuten, die sich über ihre Annahmen und die Wirklichkeit austauschen.

Mehr dazu unter www.erfahrungsfeld-bauernhof.org

Wir betreiben eine brotlose Kunst

Die jüngsten Nutzerzahlen von LinkedIn zeugen davon, wie viele Menschen sich registrieren, Profile einrichten und sich darüber profilieren. Die magische Schwelle von 15 Mio. Nutzern im deutschsprachigen Raum wurde überschritten.

Wir sprechen hier in der Regel von Nutzern. Darin steckt der Nutzen, den der Nutzer aus dem Netzwerk zieht. Aber ist das wirklich so? Ziehen wir alle Nutzen aus den Social-Media-Plattformen und unserer Informationsgesellschaft?

Bild von Mike Renpening auf Pixabay

Wir sind Informiert. Mal mit Fakenews, mal mit Fakten, oft in Farbe. Aber nutzt uns das?

Auf der anderen Seite steht die Urproduktion der Nahrungsmittel. Bauern, Bäcker, Metzger, Gärtner, Müller, Fischer, Waldarbeiter – und immer auch die dazugehörigen Frauen: Bäuerinnen, Bäckerinnen, Metzgerinnen, … Waldarbeiterinnen, Und nicht nur das: Hinter vielen dieser meist männlichen Berufe stehen Frauen oder Partner, die dafür Sorge tragen, dass der jeweils Andere seine urproduktive Kunst erfüllen kann. Wer einmal die Chance hatte, wirklich intensive Begegnungen mit diesen Menschen oder ihren Arbeitsorten zu haben, der erkennt schnell, wieviel Weisheit und Wissen für das Ausüben einer solchen, systemrelevanten Tätigkeit nötig ist.

Ich habe von 1989-1991 meine Lehre zum Landwirt absolviert. Ein Jahr arbeitete ich auf einem kleinen Schweinemastbetrieb mit “konventionelle” Landwirtschaft im sogenannten geschlossenen System. Mein zweites Lehrjahr verbrachte ich in einer Betriebsgemeinschaft, ökologischer Landbau, Hofkäserei, Backstube, Hofladen. Meine Fähigkeit, Polaritäten zusammen zu denken, ist hier massiv geschult worden. Ich bin sehr dankbar für diese Ausbildung, auch wenn ich seit Beendigung meines agrarwirtschaftlichen Studiums nie mehr in der Landwirtschaft mitgearbeitet habe. Aber ich habe schätzen gelernt, was eine brotbildende Kunst ist.

Zurück zu den Social-Media-Netzwerken und der Nutzenfrage. Sprachlich haben wir den Begriff der Informations- und Wissensgesellschaft geprägt. Und unsere vielen Gedanken, auch die meines heutigen Artikels, tragen dazu bei, dass sie den Wissensgehalt erhöhen. Du liest vielleicht diesen Artikel und erfährst etwas Neues. es regt dich zum Denken an. Damit ist jedoch noch kein Brot entstanden.

Viele Texte, die ich finde, liefern mir keine Anregung, Neues zu denken. Oft ertappe ich mich dabei, dass ich einen Text gut finde, weil er meinen Glaubenssätzen entspricht. Damit bin ich jedoch noch keinen Schritt in meinen Gedanken weiter gekommen. Manchmal habe ich das Bedürfnis, solche Texte zu lesen, um mich gestärkt zu fühlen.

Manche Texte sprechen mich an, weil sie etwas Neues enthalten. Das kann eine andere Perspektive, eine Auseinandersetzung mit einem besonderen Begriff, ein Zusammenbringen von Aspekten, die ich vorher noch nicht zusammen. gesehen hatte, sein. Es ist dann das Andere, welches mich anregt. Damit ist aber auch noch kein Getreide gereift, kein Korn geerntet und kein Brot gebacken.

Seltener geben mir Texte und Informationen ein starkes Gefühl. Die Schlagzeilen und emotionalisierenden Bilder berühren mich meistens eher in einem Gefühl der Ratlosigkeit, manchmal auch der Trauer und Wut, noch seltener der Freude und Inspiration. Und hin und wieder finde ich Texte, Blogbeiträge, Podcasts, die meine Intuition anregen. Dann taucht plötzlich etwas auf, das ganz leise und doch sehr stark als evidenter Impuls in mir schlummert.

Solche Impulse haben dazu geführt, dass ich mich überhaupt mit Landwirtschaft beschäftigt habe, dass ich viele meiner Lebensmittel lokal kaufe und ökologisch erzeugt. Solche Impulse führen dazu, dass ich mein Verhalten plötzlich mit Leichtigkeit ändern kann. Und dann entstehen aus dem brotlosen Wissensvermittlungsdrang eines Anderen, Handlungsimpulse in mir, die mich zur Tätigkeit anregen.

Auch die Bauern, Bäcker und Waldarbeiter nutzen Social-Media und lassen sich inspirieren. Viele erklären und rechtfertigen ihre Tätigkeit. Manchmal findet man Artikel, die wirklich weise sind. Der Förster Wohlleben, der über die Sprache der Bäume spricht, die Bäuerin vom schweizer Könighof, die auf ihrem Instagramaccoumt einen Beitrag teilte, wie sie als Mensch mit ihren Fehlern wahrgenommen werden will, ein Buch über das Wesen der Kühe mit wunderschönen Bildern, die dieses Wesen transportieren…

Aber man muss sowohl bei der brotlosen, als auch bei der brotschaffenden Kunst nach solchen Quellen suchen. Und das Überangebot an Information überdeckt die Keime der Kunst.

Wo und wie holst Du dir deine Inspirationsquellen aus dem Worldwideweb?

Meditation, Achtsamkeit in der Natur, Bewusste Begegnung mit anderen Menschen … das sind ebenfalls solche Quellen, die Impulse setzen können. Und meiner Ansicht nach kommt es nicht von Ungefähr, dass gerade diese Quellen vermehrt genutzt und empfohlen werden.

Vor über 10 Jahren gründete ich gemeinsam mit Claudia Klebach den “Erfahrungsfeld-Bauernhof e.V.” Ziel dieses Vereins ist es, die Verbindung zwischen Gesellschaft und Urproduktion zu stärken und bewusster zu machen. Wir haben dabei erfahren, dass die tiefe, sinnliche, entschleunigte Wahrnehmung zu Veränderungsimpulsen führt. Teilnehmer unserer Führungen melden sich am nächsten Tag und fragen, welche Milch sie kaufen müssen, damit die Tiere auf die Weide kommen. Beglückt berichten Erwachsene von Kindheitsträumen, die in Erfüllung gegangen sind durch die Begegnung mit Tieren, Maschinen, Hofsituationen. Inzwischen nutzen wir unsere Erfahrung, um auch für Unternehmen besondere Betriebsausflüge und Teamevents zu gestalten. Denn immer wieder werden die Teilnehmenden durch die Nahrung auf dem Tisch an die Momente der Begegnung erinnert.

Da nicht jeder als Landwirt, Metzger, Bäcker arbeiten kann und will, stellt sich mir die Frage, wie verwandeln wir unsere brotlose Kunst in Impulse, die unsere Welt etwas besser und lebenswerter machen. Und welche Impulse sind wir bereit aufzunehmen aus den unscheinbaren Gedanken der Vielen, die sich zur Situation äußern.

Leben mit Fragen in komplexen Zeiten

Eines vorweg: nicht erst seit der Pandemie sind die Lebenssituationen komplex. Wir haben uns nur ständig vorgemacht, wir könnten damit besser umgehen.

In der Schule haben wir gelernt, Antworten zu geben. Es gab Fragen der Lehrer an uns, die in der Regel eine richtige Antwort hatten. Reinhard Kahl, Wissenschaftsjournalist aus Hamburg, nannte diese Pädagogik “Ostereierpädagogik”, weil es darum ging, die richtige Antwort zu finden.

Auch als Führungskraft unterliegen wir häufig der Zuschreibung unserer Mitarbeiter, wir müssten die an uns gestellten Fragen möglichst schnell Beantworten. So entwickeln wir ständig Lösungen für Andere, die unserem eigenen Denken entsprechen.

Fragen können brennend sein, sich in Rauch auflösen und Feuer entfachen. (c) Bild von HG-Fotografie auf Pixabay

In der Pandemie zeigt sich, dass es keine Antworten gibt, die eindeutig sind, mit denen man ein halbwegs sicheres Fundament für die unternehmerischen Entscheidungen treffen kann. Daher warten viele darauf, dass Antworten auf ihre Fragen von anderen gesucht, gefunden und gegeben werden.

Mit offenen Fragen leben

Das Gedicht “Stufen” von Rainer Maria Rilke spricht aus, was so schwierig ist: Leben mit offenen Fragen, bis man “ohne es zu merken” in die “Antwort hinein” wächst.

Wir halten das schwer aus, weil wir uns zwar mit Fragen bombardieren, jedoch uns viel zu wenig und, falls doch, viel zu theoretisch mit den Fragen selbst beschäftigt haben. Betrachten wir daher das Phänomen der Fragen etwas genauer.

Fragen sind seit unserer Kleinkindzeit an unserer Seite. Wer Kinder hat, kennt die quengelige, permanente Wiederholung der Frage “Warum?” Zunächst freuen wir uns, dass der eigene Spross etwas wissen will. Wir beginnen mit unserer Antwort und erfahren mit jedem weiteren Satz, den wir dazu stellen, dass eine neue Frage gleichen Wortlauts reift: “Warum?” und nach spätestens vier bis fünf Wiederholungen, sind wir zutiefst genervt, weil es uns schwerfällt, dieses Warum zu beantworten.

Auch in der Innovationskultur wird empfohlen, mindestens fünf Mal nach dem Warum zu fragen, um unser Gehirn für kreative Gedanken zu öffnen. Und in der Purpose-Bewegung und ihrem “start with why” wird diese Frage ebenfalls in den Vordergrund gerückt.

Im Sprachunterricht lernen wir die Grammatik: Was ist das Fragewort, handelt es sich um eine offene oder geschlossene Frage, um eine Suggestiv- oder Abschlussfrage im Verkauf.

Fragen können wie schwere Steine belasten, oder den Humus für Interesse bilden. (c) Bild von Anne Kroiß auf Pixabay

Es gibt Einwort-Fragen wie Warum? Und? Aber? Oder? Echt? Sie lösen ganz verschiedene Reaktionen aus und sind vom Kontext abhängig.

Es gibt die wissenschaftlichen Fragestellungen, die jeden wissenschaftlichen Text begründen(sollten). Und Fragen, die sehr deutlich signalisieren, wer sie stellt. Andere Fragenn wiederum verbergen dies.

Fragen werden von Menschen gestellt. Ob die Delfine oder Elefanten oder sonst ein Lebewesen Fragen stellt, kann ich nicht beurteilen. Ob die Kommunikation der Bäume in unseren Wäldern als Frage-Antwort-Dialog abläuft, weiß ich nicht. In unserem Alltag spielen die Fragen der Menschen aneinander eine große Rolle.

Wenn Du bis hierher gelesen hast, was hält dich bei der Stange? Welche Frage hast du, die du durch meinen Text weiterentwickeln willst?

Fragen atmen. Sie verändern sich mit jeder neuen Wahrnehmung. (c) pixabayBild von Free-Photos auf Pixabay

Unser Verhältnis zur Frage ist gespalten. In Vorträgen, bei Besprechungen, bei der Übergabe oder Übernahme von Aufgaben werden häufig die falschen Fragen gestellt. Obwohl wir feststellen können, dass viele Kinderfragen äußerst gut formuliert sind. Es scheint, als haben wir durch unsere Schule verlernt, die richtigen Fragen zu stellen.

Wir wissen zwar: Wer fragt, der führt! aber wir merken gleichzeitig, dass die falsche Frage mehr Irritation erzeugt und mehr verhindert, als sie bewirken sollte. Unnötige Diskussionen, lange und gedankliche Umwege sind die Folge.

Was ist eine richtige Frage?

Lex Bos, ein holländischer Soziologe, entwickelte bereits in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts sein “Modell der Dynamischen Urteilsbildung”. Er promovierte über die Urteilsbildung in Gruppen und beschrieb dabei in einer besonderen Form, was eigentlich eine Frage ist. Er stellt sie dar als etwas, was in der Gegenwart existiert. Die Frage sei zwischen Vergangenheit und Zukunft angesiedelt. Jede Frage, die jemand persönlich stellt, hat mit dessen Vergangenheit und dessen Zukunft zu tun. Reagieren wir darauf mit Antworten, verwehren wir dem Anderen, seinen eigenen Weg zu finden. Vielmehr hilft es, die Vergangenheit und Zukunft der gestellten Frage zu erforschen. Fragt man beispielsweise den Fragenden, woher seine Frage stammt, oder welches Ziel er damit erreichen will, wird er sofort beginnen, seine eigene Frage weiter zu entwickeln.

Bos unterscheidet in der Vergangenheit zwischen den Fakten und Wahrnehmungen, die zu der Frage geführt haben und den persönlichen Meinungen und Vor-Urteilen. In der Zukunft spielen ebenfalls zwei Aspekte eine Rolle: Die Ziele und Ideale, sowie die konkreten, machbaren Schritte.

Wendet man dieses Grundbild auf die aktuellen Situationen an und beginnt seine aktuellen Fragen damit zu bewegen, tauchen zwar viele weitere Fragen auf. Jedoch stellt sich schnell ein Gefühl dafür ein, welche Fragen davon in konkrete Schritte überführt werden können und welche Fragen weiter beobachtet werden müssen.

Probier es doch aus: Nimm mehrere Blätter Papier, schreibe deine erste Frage in die Mitte. Sammle aussen herum Fakten, Meinungen, Ziele und Wege und achte darauf, wie sich die Frage ändert. Nimm dann ein nächstes Blatt, schreibe die neue Frage in die Mitte, ergänze wieder aus den vier Perspektiven.

Mehr zu dieser Methode und wie sie weiterentwickelt wurde, gibt es im Onlinekurs zur evokatorischen Führung unter www.evokator.de/kurse/gef

Zutrauen schenken als Zukunftskompetenz

Die Krise fördert zutage, was in Unternehmen schon länger wahrgenommen werden kann: Transformation bedarf eines Haltungswechsels und einer bewussten Reflexion vorhandender Denk-Systeme. Um Neues zu schaffen – nicht nur während und nach Corona – lassen sich die jetzt gemachten Erfahrungen nutzen. Führung ändert sich derzeit in eine höhere, agilere, dezentralere Führung oder ein stärkeres “Command and Control”-Verhalten. Beides hat seine Tücken. Treten wir jedoch einen Schritt zurück und betrachten wir auf eine Metaebene, was sich zeigt.

Die Pandemie spaltet die Gesellschaft. Verschwörungstheorien, Hochrechnungen, Aussagen verschiedenster Spezialisten – sie alle führen zur spürbaren Unsicherheit in der Gesellschaft.

Die Gesellschaft sind wir. Jeder Einzelne von uns gehört dazu. Nun haben wir aber gelernt, unsere Welt in überschaubare Einheiten zu teilen. Das geschieht schon sehr früh durch die Sprachbildung. Wir lernen Mama und Papa und dann Mamas und Papas kennen. Wir lernen wer dazu gehört zur Familie, zur Nachbarschaft, zu den Deutschen, den Europäern oder zur Weltbevölkerung.

Begriffe verbinden – und trennen

Claus Otto Scharmer hat mit seiner Theory U und der Suche danach, “was die Zukunft ausspricht” ein mittlerweile weltweit angewendetes Methodenset zusammengestellt und praktiziert, welches ebenfalls mit Begrifflichkeiten beginnt: Im U-Lab beschreibt er vier Aufmerksamkeitsstufen:

  • Hören, was ich bereits kenne – ich fülle verwendete Begriffe des Gegenübers mit meinen eigenen Erfahrungen.
  • Hören, was ich noch nicht kenne – ich frage nach, welche Erfahrungen der Andere gemacht hat, um zu seinem Begriff zu kommen.
  • empathisches Zuhören – spüre mit dem Anderen und ich äußere, welche Empfindungen ich wahrnehme zu dem, was mitgeteilt wurde.
  • Presencing – etwas spricht sich in mir als evident aus.

Im Hören, was ich kenne, wird die Zuordnung zu den mir bekannten Begriffen vorgenommen. Im Hören, was ich noch nicht kenne, wir die Unterscheidung und die Trennung erlebt. Alles, was ich nicht zuordnen kann, gehört zum Anderssein. Unser Verstand sorgt für messerscharfe Trennungen. Wir können vieles darin durch Denken schärfen. Gerade deswegen gibt es so viele unterschiedliche Methoden, die sich immer wieder ähneln.

Empathie: Das Spüren erwecken

Im empathischen Zuhören geht es über das kognitive Verstehen auch um die emotionale Offenheit. Emfpinde ich, was der andere fühlt oder wie fühlt sich die Situation an, die der andere beschreibt? Mit diesem Schritt verlassen wir unser kognitives, schulgeprägtes Lernen. Das empathische Zuhören ist nicht erst seit Scharmer bekannt. Auch im Active-Listening wird empfohlen, dem Gegenüber mitzuteilen, welche Empfindungen man hat, bei dem, was mir mein Gegenüber schildert.

Die Empathie ist jedoch abhängig von durchlebten Prozessen. Die zeitliche Dimension tritt stärker in unsere Erfahrung mit dem Gegenüber. Wodurch entsteht Spannung, Trauer, Freude oder die vielen anderen Nuancen emotionaler Situationen? Erwartungen werden übertroffen oder enttäuscht. Dazu braucht es den Prozess von einer vorgestellten Situation zu einer eingetretenen Situation. Emotionalität ist daher abhängig von der Fähigkeit, zeitliche Entwicklungsschritte wahrzunehmen.

Bild von Szilárd Szabó auf Pixabay

Unserer Sinnesorgane sind genau darauf ausgerichtet: Unser Hören realisieren wir, wenn etwas besonders laut oder leise ist. Unser Schmecken warnt uns bei starken Geschmacksveränderungen. Sind wir das scharfe indische Essen gewöhnt, überrascht uns der Geschmack nicht mehr. Unser Sehen wird durch die Unterschiedlichkeit geweckt und übersieht doch die täglich wiederkehrenden, massiven Werbeversprechen. Unser Riechen reagiert auf Umgebungsveränderungen. Halten wir uns längere Zeit an einem Misthaufen auf, richt es plötzlich nicht mehr. Unser Tasten wird sensibilisiert, wenn wir Veränderungen in der Struktur oder Wärme wahrnehmen.

Die Schwelle der Angst

Unsere Sinne helfen uns also nicht nur kognitiv aufzuwachen und Situationen wahrzunehmen, sondern auch die Unterschiede und den Prozess zu erkennen. Dabei ergeben ihre Reaktionen kein Urteil, sondern eine erweiterte Wahrnehmung auf das, was passiert.

Bild von travelspot auf Pixabay

Voice of Fear (VoF) nennt Scharmer als Hindernis, um auf die tiefste Ebene der Aufmerksamkeit vorzudringen. Die Kraft der Angst, das Nadelöhr, bedingt, dass wir all das, was wir bis dahin wahrgenommen und empfunden haben, loslassen, damit sich die Zukunft aussprechen kann. Halten wir an unseren Vorstellungen fest, wollen wir mit einer von uns vorher gefassten Intention in diesen Prozess gehen, verweigert sich das Evidenzgefühl. Wir wissen selbst am Besten, was wir uns vormachen, wenn wir einen Strategieprozess initiieren und von vornherein Zielparameter setzen, die wir aus der Vergangenheit mitgebracht haben. Führung mit Zielen kann an dieser Stelle die wirkliche Innovation, die Evidenz des Entsthenden verhindern.

Vertrauen und Zutrauen

Verlieben, verlieren, vertrauen, verachten, vernehmen … mit der Vorsilbe “ver” wird oft etwas ausgedrückt, was eben doch nicht richtig ist. Haben wir uns verliebt, erleben wir zwar den Kopf und oder Bauch voller Schmetterlinge, jedoch wissen wir, dass dann später viel Arbeit in der Beziehung auf uns wartet, um eine wirkliche Liebesbeziehung zu erstellen. Im Verlieren und Verachten sind die negativen Empfindungen jedem Bekannt. Ver-Trauen ist daher ein unter Vorbehalt gegebenes Trauen. Mit diesem Trauen können wir die VoF etwas überlisten. Ob wir dadurch jedoch wirklich tiefgreifende Presencing-Momente erleben, wage ich zu bezweifeln.

Sprechen wir hingegen von Zutrauen, so ändert sich mein inneres Emfpinden von dem, was es derzeit gilt: Ich löse mich von den vorher trennenden, kognitiven Grenzen, respektiere die unterschiedlichen Emfpindungen und kann mich angstfrei durch das Nadelöhr begeben, um dessen gewahr zu werden, was die Zukunft ausspricht.

Bild von Anemone123 auf Pixabay

Trauen wir uns also etwas zu. Ermutigen wir uns gegenseitig, etwas auszuprobieren, entwickeln wir Formate, in denen Raum für Zutrauen und Experimente sind. Machen wir unsere Unternehmungen menschlicher. Denn die Fähigkeit neben der trennenden und verbindenden Sprache und der Empathie, die den Menschen kennzeichnet, ist auch das Zutrauen und damit die Sicherheit, dass der Andere seine Verantwortung in eine Zuständigkeit und Zuverlässigkeit wandeln kann.

Wie kann ich das als Führungskraft unterstützen?

Dem Mitarbeiter etwas zutrauen bedeutet, die eigenen Zielsetzungen und selbst erlernten Vorgehensweisen zurück zu halten. Dafür musst Du ihm Zeit schenken – in dem vollsten Vertrauen in dich, dass er es schafft. Schafft er dann seinen Schritt, wächst nicht nur das Vertrauen, sondern Du kannst dich mit ihm dann auch etwas trauen.

Mit den folgenden Tipps wird es leichter:

  • Unterstütze die Denkbewegung des Mitarbeiters und öffne seine Wahrnehmung zum Beispiel durch die Frage nach dem Ziel – und was noch ein Ziel sein könnte.
  • Lenke den Fokus auf den Prozess, wie das Ziel erreicht wird – ohne selbst Lösungsvorschläge zu unterbreiten.
  • Frage auch danach, wie sich der Lösungsweg für den Mitarbeiter anfühlt.
  • Gib einen Zeitraum, in dem sich der Lösungsweg entwickeln kann. Hilfreich ist die innere Affimration “Wir haben alle Zeit der Welt, aber in X-Stunden/Tagen/Wochen machen wir den ersten Schritt”

In der evokatorischen Führung lernen wir durch die richtigen Fragestellungen das Zukunftspotenzial der Mitarbeiter zu wecken. Hier gilt es sehr präzise darauf zu achten, welche Fragen man wie stellt. Die Wirksamkeit von Führung mit Fragen, die das Zutrauen in den Mitarbeiter verstärken, ist enorm. Mitarbeiter entwickeln plötzlich eigene Lösungswege, steigern ihre Motivation und agieren eigenständig auch auf schnelle Veränderungen.

Mehr dazu gibt es hier

Der Augenblick

Ab heute gilt Maskenpflicht in Bus, Bahn und Ladengeschäften. Während man in den vergangenen Wochen erleben konnte, wie immer mehr Masken das Stadtbild prägten, ist zu vermuten, dass heute noch mehr Menschen sich an die Vorgaben halten.

Viele Menschen sehen sich eingeschränkt. Der Mimik des Gegenübers beraubt, wird es schwieriger, sich ein Bild und Urteil über den Anderen zu machen. Was für den einen eine Gefahr, kann für den Anderen eine Chance sein.

Welcher Mitmensch verbirgt sich hinter der Maske?

Schaue ich zu mir und was ich selbst steuern und verändern kann, so ist es die innere Haltung, mit der ich dem Anderen begegne. Fühle ich mich eingeschränkt von Außen, oder sehe ich die Chance des Augenblickes?

Während wir in den vergangenen Jahren unseren Mitmenschen im Supermarkt eher interessenslos begegneten, wächst derzeit die Intensität der Augenblicke. Wir sehen einander häufiger in die Augen und damit begegnen wir uns intensiver.

Vor kurzem schrieb ich einen Blogbeitrag zur Begegnung in Remote-Situationen, in dem ich eine Übung beschrieb, die mich faszinierte: Wir schauten einem von uns gewählten Teilnehmer an und fragten uns, wie es ihm ginge. Auch wenn wir nicht wussten, wer uns ansah und ob überhaupt, so war diese Übung für mich ein Augenöffner.

Zusammengefasst mit der Maskenpflicht bedingt die Situation, dass wir uns mehr in die Augen sehen müssen und dadurch eine andere Begegnungsqualität entstehen kann. Diese Qualität wird abhängig davon sein, in welcher Haltung ich dem Gegenüber begegne.

Machen wir das Beste daraus! Unterstellen wir dem Gegenüber, es sei großartig, Mutig, ein Weltverbesserer. Glauben wir an seine oder ihre Fähigkeiten, an den Wunsch das Beste für die Welt und sich zu tun. Wir müssen es nicht einmal aussprechen, es reicht, ihm oder ihr über den Blickkontakt zu signalisieren: Du bist gemeint, du bist gut!

Und wenn du diese Übung bei deinem nächsten Einkauf oder Busfahrt machst, dann wirst du merken, wie sich Wohlwollen um dich herum ausbreitet.

Methode: Machen

Geht es dir auch gerade so, dass du von Angeboten überrannt wirst? Jeder will dir irgendwas verkaufen, seine Methode als die wirksamste und erfolgreichste darstellen. Und das Beste: die Erklärungen, warum das so ist, sind oft auch noch stimmig.

“20 Jahre Coachingkompetenz sind in die Methode xy geflossen.”

“Warum du mit dieser Methode Remote-Work erfolgreich bestehst.”

“Die besten Methoden für xyz …”

diverse Werbeaussagen

Auf der anderen Seite nehme ich derzeit an verschiedenen Online-Meetings teil, in denen Menschen nach Lösungen suchen für das, was sie gerade umtreibt. Manche schulen sich dabei in Methoden, andere wiederum bringen ihre Methoden ein, um zu helfen. Daran ist überhaupt nichts verwerfliches. Mir geht es hier um einen anderen Aspekt:

Wieviel Methodenwissen braucht es, um anzufangen?

Wenn wir Innovatonsprozesse betrachten, starten diese häufig mit einer Problemstellung und einer Wahrnehmung der Situation. Dann werden über Brainstormings, Brainwritings und andere Gedankentätigkeiten erste Ideen entwickelt. Im Designthinking und inzwischen auch vielen anderen Methoden, folgt dann ein rasches Prototyping, das Beobachten der Reaktionen und die iterative Anpassung. Beobachtbar für mich war dabei, dass mit zunehmender Agilität das Machen immer früher einsetzte.

Als Trainer erlebe ich unter Trainerkollegen sehr häufig, dass erklärt wird, warum eine Methode angewendet wird, bevor dann diese Methode erklärt wird. Und erst im dritten Schritt erfolgt die Anwendung. Bis dahin ist ein Teil der TeilnehmerInnen schon eingeschlafen (vielleicht nicht äußerlich, sondern innerlich). Lediglich der Teil der “Kopfarbeiter” folgt, der sich mehr für die Methode, als für das Ergebnis interessiert.

Bild von Dirk Hoenes auf Pixabay

Aus dem Handwerk können wir lernen: Der Schmied braucht den Hammer, um das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist. Wenn wir Handwerk lernen, dann müssen wir sofort ins Tun kommen. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich im vorletzten Jahr meiner Schullaufbahn im Rahmen einer Jahresarbeit Schmieden gelernt habe. Hammer, Amboß, Esse und Eisen waren sofort klar. Aber das Handwerk selbst, lernt man nur durchs Tun. Und jeder Mitschüler, der mich damals besuchte in der Werkstatt, konnte durch einfaches Nachahmen auch schnell eine Spitze formen.

Entweder sind unsere Modelle zu kompliziert, wenn sie lange Erklärungen benötigen, oder aber wir sind viel zu verliebt in unsere Modelle. Übertragen in den Coaching- und Führungsalltag bedeutet dies für die Moderation von Meetings: Wenn Du ein neues Tool kennengelernt hast, erkläre nicht, wie es funktioniert, sondern fordere auf, es einfach zu machen. Wenn das Tool gut ist, dann weiß dein Kunde genau, wo der Hammer hängt, sobald er das Tool auch nur sieht. Und er wird es gleich anwenden können.

“Die haben scharfe Äxte”

Aus einer Geschichte über die Notwendigkeit von guten Werkzeugen

In einer Geschichte begegnet ein Mann einer Gruppe von Waldarbeitern, die mit Äxten Bäume fällen. Aus Interesse fragt er, wie viele Bäume sie am Tag schaffen. Wenig später trifft er eine andere Gruppe, die die gleiche Tätigkeit machen. Und wieder stellt er seine Frage. Auf dem Rückweg kommt er bei der ersten Gruppe vorbei und fragt: Warum schaffen die anderen mit weniger Menschen mehr Bäume als ihr? Die Antwort darauf steht im obigen Zitat.

Klar, wir müssen sehen, ob unser Werkzeug zum Werkstück passt. Und für viele Werkzeuge braucht man Übung. Das gilt auch für die Tools, die im Training eingesetzt werden. Wie leichtsinnig ist es dann, ohne große Übung in die Anwendung von bisher unbekannten Tools zu gehen?

Meine eigene Erfahrung zeigt: Einfach mal Machen ist die beste Methode. Wer gemeinsam mit seinen Kunden Tools ausprobiert, erlebt die gleichen Überraschungen und durchlebt die gleichen Empfindungen, wie sein Kunde. Das kann zusammenschweißen. Gerade jetzt erleben wir in den zahlreichen Remote-Work-Situationen, dass wir sympathie für das Unfertige entwickeln können, dass wir gemeinsam entdecken können, was für mich und meinen Kunden ein passendes Werkzeug ist. Machen ist der neue Mut, den es braucht, um die Gesellschaft gemeinsam zu verändern.

In diesem Sinne wünsche ich mutiges Machen – selbstverständlich mit Besinnungspausen – auf dass wirkliche Erfahrungen gesammelt werden können.