Claus Otto Scharmers Theory U tritt in meiner elektronischen Bias derzeit sehr häufig zutage. Viele geschätzte Kolleginnen und Kollegen berichten von den beeindruckenden Erlebnissen, die sie auf der Reise durch das U gemacht haben.

Auch ich habe mich auf solche Reisen begeben und dabei sehr wertvolle Begegnungen, einen sehr offenen Austausch und eine Kraft erfahren, die dem open mind, open heart und open will entspricht.

Das Erlebnis ist beeindruckend. Es gibt Kraft, macht mutig und zuversichtlich. Und doch stellt sich mir die Frage, ob ich wirklich den tiefsten Punkt des U erreicht habe?

Der leise Zweifel, der sich einschleicht, entsteht dabei aus meinem Wunsch, den Prozess zu beobachten, während ich ihn durchlaufe. Schliesslich möchte ich diese Technik auch mit Kunden anwenden können und muss daher begreifen, wie sie funktioniert und was wann wo passiert.

Solange ich aber noch denkend beobachte, ist ein Restfunke jenes Drängens in mir, etwas unbedingt lösen zu wollen. Ich verspüre die Angst, eine falsche Lösung zu finden. Und diese Angst verhindert den presencing-Moment. Mit diesem Denken beginne ich nämlich zwanghaft, einen Prototypen zu konstruieren. Ich versuche, einer Lösung vorzugreifen und nutze dafür alle meine vorher gemachten Erfahrungen. Damit zeigt sich aber, dass diese Erfahrungen urplötzlich sofort alle wieder da sind und mein Loslassen dieser alten Erfahrungen missglückt ist.

Es hat eine Zeit gedauert, bis ich das verstanden habe. Wenn ich in neuen Ulabs mitmache, entdecke ich immer wieder diese Schwelle. Die dann empfohlene Arbeit mit dem Körper, das intensive hineinspüren, wertfreie Zusammentragen der inneren Bilder, machen es leichter, die Gedanken zu verhindern. Geschenktes Vertrauen wird dann zur Quelle von Evidenz.

Diese Erfahrung zeigt mir deutlich, wie meine Gedanken Quelle einer zukünftigen Realität sind. Und wo der feine Unterschied zwischen Evidenz, Erfahrung und Wissen liegt.