Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Vom Purpose zur Frage

Welche Frage bearbeitet dein Unternehmen zum Wohle der Gesellschaft?

Ich beobachte seit dem Erscheinen von Laloux “Reinventing Organisations” mit großem Interesse die Entwicklung und das Echo von Unternehmen, die sich die Frage nach ihrem Sinn stellen und diese dann mit ein paar wenigen Sätzen beantworten. Es ist ermutigend zu sehen, wie immer mehr Menschen diese Ideen einfordern, ganze Beraternetzwerke sich dafür einsetzen und sich mit verschiedensten Methoden beispielsweise aus den “liberating structures” auf den Weg machen.

Anscheinend war die Definition von Leitbild, Vision und Mission des Unternehmens noch nicht tief genug im Unternehmen verankert, um langfristig genügend Bindungskraft sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden zu entwickeln. Oder aber die beratende Zunft (zu der ich mich selbst auch zähle) bedurfte neuer Unterscheidungsmerkmale, um sich aus der Masse abzuheben. Wer weiß…

Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten die meisten Unternehmen ihr Mission-Statement erstellt haben, stelle ich mir die Frage, was als Nächstes geschehen muss, um Mitarbeiter zu binden und Kunden zu gewinnen. Diese Frage entsteht, weil ich bei mir selbst Ermüdungserscheinungen feststelle, was die Formulierungen der Leitbilder und Purposeformulierungen betrifft. Sie scheinen sich oft sehr ähnlich. Und nur, wer an ihrer Entstehung mit beteiligt war, oder die Kultur des Unternehmens kennt, hat sie soweit verinnerlicht, dass sie als eigener Leitstern nicht zum Leidbild (mit d) verkommen.

Eine mögliche Antwort könnte sein, dass Unternehmen in Zukunft statt einem Leitbild eine möglichst konkrete Fragestellung entwickeln, deren Antwort noch nicht feststeht, die Unternehmensfrage.

Füreinander Leisten

Meine Überlegungen zur Unternehmensfrage möchte ich beginnen mit einem Zitat Götz Werners (Gründer dm-Drogeriemarkt), der sagte: “Wirtschaften ist füreinander Leisten” und damit in den Fokus rückte, dass die sinnvolle Arbeitsteilung dem einzelnen Menschen ein Leben nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten ermöglicht. Wenn ich selbst keine Kuh melken kann, dann brauche ich jemanden, der es für mich tut. Das Gleiche gilt für die Steuererklärung, die Werbeanzeige, den Bau eines Automobils etc.

Warum brauche ich diese Dinge und Dienstleistungen? Weil sie für mich ein Problem lösen. Sie machen mich satt, helfen mir durch den Paragraphendschungel, erreichen für mich meine Kunden oder lassen mich Zeit gewinnen für andere Aufgaben, die ich lieber mache.

Ein “Problem” definiere ich hier als etwas, bei dem ich in der Vergangenheit Erfahrungen und Glaubenssätze gebildet habe, die nicht mit meinen Vorstellungen für die Zukunft übereinstimmen.

Vom Problem zur Frage

Das genau gleiche gilt auch für eine Frage: Sie taucht auf, wenn meine Erwartungen und Hoffnungen an die Zukunft nicht mit den vergangenen Realitäten und erworbenen Glaubenssätzen übereinstimmen. Das spannende daran: Diese Frage treibt mich ständig an, nach Antwortmöglichkeiten zu suchen. Je stärker die Diskrepanz, desto mehr. Es sei denn, die Diskrepanz ist so groß, dass ich die Frage beiseite schiebe.

Eine der wohl bedeutendsten Fragen lautet für viele von uns: Was wird aus mir wohl noch werden? Die Frage “Was wird aus dir wohl noch werden” nennt auch Lex Bos in seiner Masterclass zur Dynamischen Urteilsbildung. Sie treibe uns ständig an, egal, ob wir einen Säugling, einen Jugendlichen oder einen Rentner beobachten. Sie ist aber auch Ausdruck dessen, was unsere Beziehung zueinander massgeblich beeinflusst: Interesse.

Ähnliche Fragen schaffen Beziehung

Treffe ich nun auf einen Menschen, der sich die gleiche oder eine ähnliche Frage stellt, entsteht erstaunlich schnell ein Dialog auf Augenhöhe und es bahnt sich Vertrauen an.

Natürlich tausche ich dann Erfahrungen und Vorstellungen aus. Auf der Suche nach einer Antwort auf meine eigene Frage geht es dabei nicht darum, die komplette Antwort zu bekommen, sondern um Mosaiksteine, die mir mögliche Wege aufzeigen. Und falls die Erfahrungen und Vorstellungen nicht total konträr sind, ergeben sich tatsächlich neue Anregungen und sogar konkrete Lösungsschritte.

Diese Gesetzmäßigkeit beim Umgang mit Fragen führt zu dem Vorschlag, sich im Unternehmen Gedanken dazu zu machen, welche Frage das Unternehmen zum Wohle der Gesellschaft bearbeitet. Denn was kann passieren, wenn diese Frage formuliert ist?

Zum Wohle der Gesellschaft

Ausgehend von Werners Definition des Wirtschaftens werden Unternehmungen, die nicht dem Gemeinwohl dienen, sondern lediglich Gewinnmaximierung für wenige Stakeholder betreiben, die eigene Unternehmensfrage mit den gängigen Lösungsmodellen recht schnell beantworten können.

Purpose getragene Unternehmen hingegen fallen deswegen auf, weil sie sich zur Frage des Gemeinwohls bereits viel intensivere Gedanken gemacht haben und diese auch formulieren können. Aber auch für Unternehmungen, die erst beginnen, sich mit dem Purpose zu beschäftigen, entstehen mit der Unternehmensfrage ganz neue Möglichkeiten.

Die Unternehmensfrage als Leitbild

Mit KATALYST arbeite ich an der Frage: Wie können wir Eigenverantwortung in der Zusammenarbeit von Menschen so unterstützen, dass sich die Mitarbeitenden und Führungskräfte in ihrem Potenzial voll entfalten können?

Mit der Kenntnis dieser Frage kann ich alle meine Handlungen, meine Kunden und Lieferanten mit ins Boot holen.

Meinen Lieferanten signalisiere ich damit, woran ich arbeite, und ich kann seine Angebote und Dienstleistungen daraufhin prüfen, ob sie ein sinnvoller Mosaikstein sind. Der Mitarbeiter für die Programmierung der Webanwendung kann sofort verstehen, dass es sich um Potenzialentfaltung von Führungskräften und Mitarbeitern handelt – und kennt damit bedingt meine Zielgruppe, weiss jedoch auch, welche Ansicht ich vertrete (Selbstverantwortung). Meine Kunden werden sich entweder diesen beiden Kundengruppen (Führungskraft/Mitarbeiter) zuordnen oder aber einer Gruppe von Beratern, Trainern, Coaches, die die gleichen Ziele mit ihren Kunden erreichen wollen. Mögliche zukünftige Mitarbeiter können verstehen, dass ihre Arbeit dann für das Unternehmen wertschöpfend ist, wenn sie zu einzelnen Aspekten der Antwort beitragen. Im Bewerbungsgespräch könnte genau die Frage gestellt werden, was ihr Anteil an der Bearbeitung der Unternehmensfrage sein kann und soll.

Warum keine Antwort die bessere Lösung ist

Positioniere ich meine Unternehmensfrage und mache klar, dass ich noch nicht die definitive Antwort darauf gefunden habe, so kann ich an ihr sehr einfach prüfen und darstellen, was mein Unternehmen macht, ob sich die Mitarbeitenden sinnvoll einbringen können, wie sich Lieferanten und Kunden damit beschäftigen. Ich kann sehr wohl meine Erfahrungen und Zielsetzungen darstellen, kann meine Lösungsvorschläge als Angebote unterbreiten und die mich tragenden Werte benennen. Bleibt die Frage aber noch in Teilstücken unbeantwortet, lädt sie nicht nur Lieferanten und Mitarbeitende, sondern auch mögliche Kunden dazu ein, an einem weiteren Mosaikstein zu arbeiten. Das ist dann die Kundenzentrierte Entwicklung von Lösungen.

Sollte diese Frage jemals beantwortet sein und es gibt die eine und einzigartige Lösung dafür, dann ist das Unternehmen und die Zusammenarbeit mit Lieferanten damit hinfällig geworden. Denn wenn diese Lösung beschreibbar ist, ist sie sofort duplizierbar und es muss niemand mehr daran arbeiten.

Ist unsere Frage beantwortet, was aus uns werden kann, so sind wir es geworden. Wenn nichts weiteres aus uns werden kann, dann fehlt die Frage nach dem Sinn unseres Lebens und unsere Motivation.

In diesem Sinne bin ich gespannt darauf, welche Kernfrage ihr mit eurem Unternehmen bearbeitet.

Was sollen wir tun?

Es ist doch so:
Ob Experten, Semiprofessionals, Laien, Verkäufer, Politiker oder Scharlatane: wir alle geben Antworten auf Fragen zur Krise. Dabei lautet die Frage “Was soll ich tun?” zwar bei jedem der sie stellt gleich, die Antwort darauf ist aber immer individuell.
Wenn wir uns klar machen, wie genau die Frage des anderen an uns ist, dann werden wir viel weniger unnütze Antworten geben.
Meistens jedoch nehmen wir uns dazu keine Zeit.

Wie lauten unsere Antworten, wenn diese Frage “Was soll ich tun?” von

  • einem Apotheker
  • einer Busfahrerin
  • einem Chauffeur
  • einer Designerin
  • einem Eisverkäufer
  • einer Fahrradmechanikerin
  • einem Gastronom
  • einer Hostess
  • einem Imker
  • einer Jägerin
  • einem Kioskbesitzer
  • einer Landfrau
  • einem Maschienenbauingenieur
  • einer Nachrichtensprecherin
  • einem Opernsänger
  • einer Polizistin
  • einem Quantenphysiker
  • einer Reiseleiterin
  • einem Samenzüchter
  • einer Tänzerin
  • einem Unfallarzt
  • einer Veterinärin
  • einem Wachmann
  • einer X-beliebigen Person
  • einem Yachtbesitzer
  • einer Zugschaffnerin

gestellt werden?

Dazu müssten wir auch wissen: Wie betont der- oder diejenige seine oder ihre Frage: Liegt die Betonung auf dem “Was”, dem “Sollen”, dem “Ich” oder dem “Tun”?

Spielkarte aus “Katalyst – evocational advice”

Es gibt sie nicht, die X-Beliebigen. Wir erkennen, dass wir alle individuell sind und als solche wahrgenommen werden wollen. Daher sind die Gespräche, das gegenseitige Interesse aneinander, gerade heutzutage so notwendig.

Und nicht nur in der Krise, sondern immer und immer mehr: Im Arbeitsleben, in der Familie, in der Gemeinschaft.

Traut euch mehr zu Fragen, statt zu schnelle Antworten zu geben! Traut euch, eure Frage für euch selbst erstmal zu verstehen. Traut euch, solange im Dialog zu sein, dass der Antwortende nicht aus seinem eigenen Verständnis heraus antwortet, sondern aus dem echten Verstehen der Frage des Anderen.

Diese Achtsamkeit, dieses Zu-hören, ist die größte Chance der Begegnung. Wenn wir uns die Fragen, die durch das Auftauchen des Coronavirus in der Gesellschaft gestellt werden bewusster machen in all der individuellen Auslegung, werden wir mehr Nähe, Dialog, Menschlichkeit finden.

#staysafe #asktherightquestions #evocate #physicaldistance #socialdialog

7 Gründe warum wir unsicher sind, die richtigen Fragen zu stellen – und ein paar Lösungsvorschläge

In vielen Meetings erlebe ich immer wieder, dass viel Zeit verschwendet wir, weil wir uns höflich um den Kern des Problems drehen. Zu wenige trauen sich, konkret nachzufragen, was denn wer bis wann zu tun hat. Und das einfache Aussprechen eines Teilnehmers “ich kümmere mich darum” wird als Übernahme von Verantwortung deklariert und akzeptiert.

Kommt es dann im späteren Verlauf zu Unklarheiten, stellt sich oft heraus, dass entweder genau bei der Übergabe der Aufgabe schon viel zu wenig und das Falsche gesagt wurde, oder aber das Verständnis für die Aufgabe total unterschieldich war.

Als Führungskraft besucht man deswegen Kurse, in denen es darum geht, richtig zu delegieren. Es wird klargestellt, was der Aufgabenempfänger wissen muss und wie man ihn Schritt für Schritt in eine größere Verantwortung führt. Kontrolle ist dabei genau so wichtig, wie die klaren, gemeinsamen Zielvorstellungen.

Nach wie vor basiert diese Vorgehensweise jedoch auf der Annahme, dass die Führungskraft einigermaßen weiß, wie es geht und auch die Antwort auf alle aufgabenspezifischen Fragen kennt. Der Mitarbeitende weiß es aber vielleicht viel besser. Oder – was auch häufig passiert – er kann aus persönlichen Gründen die Vorgehensweise des Vorgesetzten nicht umsetzen.

Kern allen Übels ist meiner Ansicht nach das Bewusstsein und den Mut zu haben, an der richtigen Stelle konkret nachzufragen. Die einfachen Fragen, wer was bis wann mit wem macht, sind zwar allen geläufig, werden jedoch nicht gestellt. Daher benötigt es Mut, den Mut zur Frage – auch wenn sie noch so banal klingt.

Folgende 7 Gründe sind mir dabei aufgefallen (Die Liste kann durchaus unvollständig sein):

  1. Gerade weil wir die Fragen so selbstverständlich finden, stellen wir sie nicht.
  2. Wir haben angst, dass wir uns als unwissend bloßstellen, wenn wir so eine banale Frage stellen.
  3. Wir wissen nicht, welche Frage wir als erstes stellen sollen.
  4. Wir wissen nicht, wie wir die Frage formulieren sollen, sodaß sie nicht mißverstanden wird.
  5. Wir glauben, uns fehlen logische Argumente, mit der wir unsere Frage untermauern müssen.
  6. Wir haben Angst vor den Konsequenzen, die unsere Frage nicht nur für uns, sondern auch für andere hervorruft.
  7. Wir haben schlicht ein ungutes Bauchgefühl.

Betrachten wir die Gründe im Einzelnen genauer:

Zu 1.: Unser Selbstverständnis ist im wahrsten Sinne des Wortes individuell. Wer sich mit Personaldiagnostik beschäftigt, findet verschiedenste Ansätze zu untersuchen, worin sich Menschen unterscheiden. Ob mit DISG, MotivationsPotenzialAnalyse oder MBTI und deren Abwandlungen: Menschen sind individuell und verstehen deswegen auch die vor ihnen ausgebreiteten Fakten sehr individuell. Und das ist in den beruflichen Perspektiven ebenfalls der Fall: Der Kuhfladen ist für den einen ein stinkendes, notwendiges Übel, für den Anderen der Katalysator für den Kompost für das nächste Jahr. Da jedoch niemand genau weiß, wie der andere gedanklich tickt, ist die Wahrscheinlichkeit mit der Frage einen Denkprozess anzustoßen, der sich positiv auf die Antworten auswirkt wesentlich größer, als es zu unterlassen.

Zu 2.: Dass uns diese Fragen banal erscheinen liegt an 1. Das wir uns damit bloßstellen, ist ebenfalls eine Selbsteinschätzung. Wie oft haben Sie bereits erlebt, dass gerade diese banalen Fragen geholfen haben, wirklich Klarheit und Mißverständnisse auszuräumen? Und in wievielen Fällen waren diejenigen, die gefragt haben, wirklich blamiert? Es scheint eher die Haltung zu sein, mit der die Fragen entweder bloßstellend oder bereichernd wirken. Diese Haltung können Sie selbst verändern. Wenn tatsächlich nicht klar ist, wer bis wann …, dann ist das Hinterfragen Pflicht eines jeden Teammitglieds, damit Resultate erzielt werden können.

Zu 3.: Es erscheint uns, als ob es eine Reihenfolge gibt, in der die Konkretisierungsfragen gestell werden müssen. Manch einer möchte erst wissen, was zu tun ist, ehe sich entscheidet, wer es tut. Jemand anderem wiederum geht es genau andersrum: Er möchte erst wissen wer die Verantwortung übernimmt, ehe er genaueres wissen will zur Aufgabe. Tatsache ist: Die Reihenfolge ändert sich je nachdem, was gerade besprochen wird. Dann gibt es aber immer noch die Möglichkeit, zu fragen, ob zuerst geklärt werden sollte, wer die Aufgabe übernimmt, oder was die Aufgabe genauer ausmacht. Stellen Sie daher die Frage nach der Reihenfolge in den Raum.

Zu 4.: Wenn die Frage “Wer macht das?” in den Raum gestellt wird, empfinden einige aufgrund ihrer Selbsteinschätzung das als provokativ, andere als logisch. Abwandlungen der Frage erzeugen sofort ander Wirkungen: “Wer erklärt sich bereit …?” “Wer ist verantwortich …?” oder auch direkter “Machst Du das?” zeugen davon, wie diffizil das Fragestellen ist. Kommt dann noch die Betonung dazu, entsteht ein riesiges Feld von Interpretationsräumen durch die anderen Teammitglieder. “Wer macht das?”, “Wer macht das?” oder “Wer macht das?” sind drei ganz unterschiedliche Intentionen. Hier hilft einerseits Übung und die Bereitschaft in den Dialog zu gehen, was genau die Frage ist, die gestellt werden muss.

Zu 5.: … und das Kopfkino geht weiter: Jede Frage, die gestellt wird, hat eine Vergangenheit, aus der sie kommt. Diese Vergangenheit ist gekennzeichnet durch unsere persönlichen Meinungen und Vorurteile sowie die Fakten oder konkreten Wahrnehmungen von Situationen. Stimmt dieses Verhältnis nicht überein, entsteht ein Rechtfertigungsdruck: Wenn bereits im Vorfeld alles wichtige für das Thema zusammengetragen wurde aber nicht mit den persönlichen Werten und Befindlichkeiten übereinstimmt, dann muss man sich selbst vor dem Team rechtfertigen und die passenden Fakten noch beitragen. Wenn nur Meinungen verschiedenster Teammitglieder zusammengetragen wurden, dann fehlt es ebenfalls an konkreten Beispielen und Fakten, die gut dargestellt werden müssen. Dieses Kopfkino geht daher los, wenn sich Unstimmigkeiten in der Darstellung des Problems aus der Vergangenheit auftun. Daher ist es wichtig, konkret zu hinterfragen, welche Meinungen zu der Aufgabenstellung geführt haben und welche bekannten Fakten dazu gehören.

zu 6.: Jede Frage hat auch eine Zukunftsseite: Sie wäre keine Frage, wenn damit für die Zukunft nichts erreicht werden kann. Manchmal liegt diese Zukunft nur in der Befriedigung der Neugierde des Fragenden. Oft – und gerade bei Aufgaben für das Team – betrifft die Zukunft jedoch mehrere Menschen. Die Frage nach dem Verantwortlichen führt ja dazu, dass ich entweder selbst die Verantwortung übernehmen müsste – was Zeitaufwand und Organisation der bisherigen Aufgaben bewirkt. Oder aber ein anderes Teammitglied wird mit mehr Zeitaufwand und Umorganisation betraut. Und plötzlich werden von diesem Anforderungen an mich gestellt – beispielsweise zur Unterstützung etc. In der konkreten Angst vor den Konsequenzen lässt sich der innere Schweinehund überwinden, indem man zunächst nur den ersten Schritt klärt. Viele kleine Schritte sind oft leichter zu gehen, als wenige große. Die Verantwortung das Layout für einen Flyer zu entwerfen ist kleiner, als die, eine erfolgreiche Printkampagne durchzuführen. Achten Sie daher darauf die Zielsetzungen und die dahinführenden nächsten Schritte sich klar zu machen.

zu 7.: Das ungute Bauchgefühl ist etwas, was wir auch als Zweifel kennen. Wir sind dann im Zwiespalt zwischen der Rechtfertigung 5. und der Angst 6. Hin- und Hergerissen sind wir aber nicht nur zwischen den zukünftigen Folgen und den vergangenen Erfahrungen, sondern auch zwischen den persönlichen Wertevorstellungen und den konkreten Fakten und Lösungswegen. Dieser Zweifel ist am leichtesten zu überwinden, indem man ihn ausspricht: “Ich habe Zweifel” – gefolgt von ein oder zwei Fragen, die das Spannungsfeld aufzeigen. Wenn es gelingt, den Zweifel in eine klare Frage zu überführen, dann kann der Weg Beginnen, das sich die Frage beantwortet.

BYTR oder Katalyst?

Boost Your Team Responsibility – ein starkes Akronym, getrieben von den kraftvollen Begriffen des Teams und des Boostens.

Übersetzt man “boost” geht es um erhöhen, steigern, fördern, verstärken, verbessern, ankurbeln, auffrischen, intensivieren, beleben und bekräftigen. Alles starke Begriffe, die in der heutigen Zeit oftmals wichtig erscheinen. Bei der Recherche zum Teambooster findet man Teamtrainings, die mit verschiedensten Herausforderungen den Teams verhelfen, ihr Selbstbild, ihre Mission, ihre Regeln zu definieren und sich in den gegenseitigen Erfahrungen besser kennenzulernen. Vertrauensaufbau durch Grenzerfahrungen und Abenteuer sind häufig zu finden.

Wer oder was boostet denn da eigentlich? Auch wenn die Teammitglieder die Akteure sind, so ist doch oftmals der Trainer derjenige, der ihnen die Aufgabenstellungen gibt und ihnen damit zu neuen Erkenntnissen und dem obligatorischen Blick über den Tellerrand ermöglicht.

Als Trainer habe ich oft erfahren, wie bei aktivierenden Übungen sofort die ersten Teilnehmenden sich abwandten oder mit einem “oooch, das haben wir doch schonmal gemacht” eher Ablehnung signalisierten. Immer stärker treibt mich die Frage um: Brauchen wir ein Boosten von Außen? Benötigen wir wirklich den kreativen Tritt in den Hintern? Zumal auch immer wieder Teilnehmende berichten, dass sie zwar viele spannende Erfahrungen gemacht hätten, dies jedoch nichts mit den Herausforderungen in der konkreten, täglichen Arbeit zu tun hat.

Braucht es nicht eher Katalysatoren? Ich habe in meiner über 20jährigen Laufbahn als Trainer und UnternehmensKulturEntwickler an jedem Ort Menschen erlebt, die in irgend einer Art und Weise motiviert sind. Dank der Auseinandersetzung mit MPA, Reiss-Profil oder MSA konnte ich genauer verstehen, warum Menschen in gleichen Situationen vollkommen verschieden reagieren. Für denjenigen, der nur aus seiner eigenen Brille darauf schaut, wird oft das Erlebnis der Demotivation daraus. “Warum handelt der Andere nicht so wie ich – ist er nicht motiviert?”

Doch, er oder sie ist motiviert. Leider haben wir nur nie richtig gelernt, wie wir mit diesen unterschiedlichen Motivationen umgehen können.

Was wäre denn, wenn wir uns erstmal wirklich aufeinander einlassen? Wenn wir mal konkreter nachfragen, welche Bedeutungen die gemachten Erfahrungen haben und wie die Zukunftsideen aufgrund der persönlichen, intrinsischen Motivation bewertet werden? Was wäre, wenn wir zunächst mal beginnen, die Fragen des Gegenübers wirklich zu verstehen? Was wäre, wenn wir diese Fragen, die uns selbst vielleicht schwer fallen, in unseren täglichen Begegnungen pflegen könnten und damit sehr individuelle Lösungswege aufzeigen können?

Da wir in der Regel verlernt haben, die richtigen Fragen zu stellen, benötigen wir hier eine Hilfestellung: einen Katalysator, der sich selbst nicht verändert, aber uns hilft, uns zu verändern. Der Mensch ist per se interessiert und strebt Entwicklung und Veränderung an. Als Kind konnten wir ohne Ende den Eltern Löcher in den Bauch fragen. Wo ist diese unschuldige Art geblieben? Und was haben uns unsere Kinder schon durch ihre Fragen die Augen geöffnet – obwohl sie bei weitem nicht soviel Lebenserfahrung haben, wie wir? Gerade erleben wir ja, dass all das, was wir in unserer wissenschafltichen Welt zum Klimawandel an Antworten zusammengetragen haben von den Kindern und Jugendlichen hinterfragt wird: Und was machen wir nun? Wie retten wir die Kindheit unserer Enkel? Und daraus entstehen für jeden von uns zwar gleiche Fragen, aber sehr unterschiedliche Antworten: “Was ist mein gehbarer Weg, um die Zukunft enkeltauglich zu machen?”

Fragen, auf die es zunächst keine eindeutige Antwort gibt, sind starke Motivatoren. Mach dir mal klar, an welcher Frage Du arbeitest, die dein Leben sinnvoll macht? Welche Frage treibt Dich an, das zu tun, was Du im nächsten Jahr tun willst?

Fragen sind – wenn sie richtig gestellt werden – Katalysatoren. Sie verändern denjenigen, an den sie gestellt werden – und bleiben dabei doch gleich.

Evokatorische Führung und Beratung macht sich das Wissen um die Kraft der Fragen und um die Einzigartigkeit der Fragen, die jeder in uns trägt, zunutze. Sie hilft uns, diese Fragen als wichtigste Antreiber zu verstehen und nicht mit Antworten zu überhäufen, die dem Fragenden nicht gerecht werden.

Die eingangs gestellte Frage hat einen Hintergrund: Derzeit entwickle ich ein Kartenspiel, welches ursprünglich den Arbeitstitel BYTR – Teambooster trug. Inzwischen weiß ich: Es geht bei der Spielidee um einen Katalysator. Die Kräfte der intrinsischen Motivation sind in jedem Team vorhanden. Werden die Mitglieder mit ihren eigenen Antrieben, Werten und Zielen auf Augenhöhe wahrgenommen, entstehen katalytische Effekte und die vorhandene Motivation wird entfesselt. Für mich ist die Antwort inzwischen klar: Für das Spiel wird es Katalyst heißen. Auch wenn es manches Team “boosten” wird.

Start-Next Kampagne BYTR-Teambooster

Spielerisch zum Teamerfolg!

Mit dieser Kampange wollen wir die erste Auflage auf den Markt bringen. Du kannst auch eine Update-Lizenz erwerben und dich an der Entwicklung durch Eintritt in eine Community mitwirken. So machen wir das Spiel noch praxistauglicher!

Neue Ideen sind auch schon da. Erstmal müssen wir nur checken, wie die Einführung gut gelingen kann.

Und dann wird es vielleicht auch bald eine App geben, die ihr mit eurem Team teilen könnt.

Also, jetzt Dankeschön aussuchen und dafür sorgen, dass BYTR-Teambooster ein Erfolg wird!

Update: 03.02.2020: BYTR wird Katalyst.