Leben mit Fragen in komplexen Zeiten

Eines vorweg: nicht erst seit der Pandemie sind die Lebenssituationen komplex. Wir haben uns nur ständig vorgemacht, wir könnten damit besser umgehen.

In der Schule haben wir gelernt, Antworten zu geben. Es gab Fragen der Lehrer an uns, die in der Regel eine richtige Antwort hatten. Reinhard Kahl, Wissenschaftsjournalist aus Hamburg, nannte diese Pädagogik “Ostereierpädagogik”, weil es darum ging, die richtige Antwort zu finden.

Auch als Führungskraft unterliegen wir häufig der Zuschreibung unserer Mitarbeiter, wir müssten die an uns gestellten Fragen möglichst schnell Beantworten. So entwickeln wir ständig Lösungen für Andere, die unserem eigenen Denken entsprechen.

Fragen können brennend sein, sich in Rauch auflösen und Feuer entfachen. (c) Bild von HG-Fotografie auf Pixabay

In der Pandemie zeigt sich, dass es keine Antworten gibt, die eindeutig sind, mit denen man ein halbwegs sicheres Fundament für die unternehmerischen Entscheidungen treffen kann. Daher warten viele darauf, dass Antworten auf ihre Fragen von anderen gesucht, gefunden und gegeben werden.

Mit offenen Fragen leben

Das Gedicht “Stufen” von Rainer Maria Rilke spricht aus, was so schwierig ist: Leben mit offenen Fragen, bis man “ohne es zu merken” in die “Antwort hinein” wächst.

Wir halten das schwer aus, weil wir uns zwar mit Fragen bombardieren, jedoch uns viel zu wenig und, falls doch, viel zu theoretisch mit den Fragen selbst beschäftigt haben. Betrachten wir daher das Phänomen der Fragen etwas genauer.

Fragen sind seit unserer Kleinkindzeit an unserer Seite. Wer Kinder hat, kennt die quengelige, permanente Wiederholung der Frage “Warum?” Zunächst freuen wir uns, dass der eigene Spross etwas wissen will. Wir beginnen mit unserer Antwort und erfahren mit jedem weiteren Satz, den wir dazu stellen, dass eine neue Frage gleichen Wortlauts reift: “Warum?” und nach spätestens vier bis fünf Wiederholungen, sind wir zutiefst genervt, weil es uns schwerfällt, dieses Warum zu beantworten.

Auch in der Innovationskultur wird empfohlen, mindestens fünf Mal nach dem Warum zu fragen, um unser Gehirn für kreative Gedanken zu öffnen. Und in der Purpose-Bewegung und ihrem “start with why” wird diese Frage ebenfalls in den Vordergrund gerückt.

Im Sprachunterricht lernen wir die Grammatik: Was ist das Fragewort, handelt es sich um eine offene oder geschlossene Frage, um eine Suggestiv- oder Abschlussfrage im Verkauf.

Fragen können wie schwere Steine belasten, oder den Humus für Interesse bilden. (c) Bild von Anne Kroiß auf Pixabay

Es gibt Einwort-Fragen wie Warum? Und? Aber? Oder? Echt? Sie lösen ganz verschiedene Reaktionen aus und sind vom Kontext abhängig.

Es gibt die wissenschaftlichen Fragestellungen, die jeden wissenschaftlichen Text begründen(sollten). Und Fragen, die sehr deutlich signalisieren, wer sie stellt. Andere Fragenn wiederum verbergen dies.

Fragen werden von Menschen gestellt. Ob die Delfine oder Elefanten oder sonst ein Lebewesen Fragen stellt, kann ich nicht beurteilen. Ob die Kommunikation der Bäume in unseren Wäldern als Frage-Antwort-Dialog abläuft, weiß ich nicht. In unserem Alltag spielen die Fragen der Menschen aneinander eine große Rolle.

Wenn Du bis hierher gelesen hast, was hält dich bei der Stange? Welche Frage hast du, die du durch meinen Text weiterentwickeln willst?

Fragen atmen. Sie verändern sich mit jeder neuen Wahrnehmung. (c) pixabayBild von Free-Photos auf Pixabay

Unser Verhältnis zur Frage ist gespalten. In Vorträgen, bei Besprechungen, bei der Übergabe oder Übernahme von Aufgaben werden häufig die falschen Fragen gestellt. Obwohl wir feststellen können, dass viele Kinderfragen äußerst gut formuliert sind. Es scheint, als haben wir durch unsere Schule verlernt, die richtigen Fragen zu stellen.

Wir wissen zwar: Wer fragt, der führt! aber wir merken gleichzeitig, dass die falsche Frage mehr Irritation erzeugt und mehr verhindert, als sie bewirken sollte. Unnötige Diskussionen, lange und gedankliche Umwege sind die Folge.

Was ist eine richtige Frage?

Lex Bos, ein holländischer Soziologe, entwickelte bereits in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts sein “Modell der Dynamischen Urteilsbildung”. Er promovierte über die Urteilsbildung in Gruppen und beschrieb dabei in einer besonderen Form, was eigentlich eine Frage ist. Er stellt sie dar als etwas, was in der Gegenwart existiert. Die Frage sei zwischen Vergangenheit und Zukunft angesiedelt. Jede Frage, die jemand persönlich stellt, hat mit dessen Vergangenheit und dessen Zukunft zu tun. Reagieren wir darauf mit Antworten, verwehren wir dem Anderen, seinen eigenen Weg zu finden. Vielmehr hilft es, die Vergangenheit und Zukunft der gestellten Frage zu erforschen. Fragt man beispielsweise den Fragenden, woher seine Frage stammt, oder welches Ziel er damit erreichen will, wird er sofort beginnen, seine eigene Frage weiter zu entwickeln.

Bos unterscheidet in der Vergangenheit zwischen den Fakten und Wahrnehmungen, die zu der Frage geführt haben und den persönlichen Meinungen und Vor-Urteilen. In der Zukunft spielen ebenfalls zwei Aspekte eine Rolle: Die Ziele und Ideale, sowie die konkreten, machbaren Schritte.

Wendet man dieses Grundbild auf die aktuellen Situationen an und beginnt seine aktuellen Fragen damit zu bewegen, tauchen zwar viele weitere Fragen auf. Jedoch stellt sich schnell ein Gefühl dafür ein, welche Fragen davon in konkrete Schritte überführt werden können und welche Fragen weiter beobachtet werden müssen.

Probier es doch aus: Nimm mehrere Blätter Papier, schreibe deine erste Frage in die Mitte. Sammle aussen herum Fakten, Meinungen, Ziele und Wege und achte darauf, wie sich die Frage ändert. Nimm dann ein nächstes Blatt, schreibe die neue Frage in die Mitte, ergänze wieder aus den vier Perspektiven.

Mehr zu dieser Methode und wie sie weiterentwickelt wurde, gibt es im Onlinekurs zur evokatorischen Führung unter www.evokator.de/kurse/gef

Hilfen zum Denken, oder gedacht werden?

Ich beobachte bei mir, wie ich die Kriseninformationen suche, lese, kategorisiere.

Da gibt es einerseits die nackten Zahlen der Forschungsinstitute. Diese stellen die Todesfälle, die durchgeführten Tests und die Infizierten dar. Mit logischem denken und der Verfolgung über mehrere Tage, lassen sich die daraus resultierenden Kurven durchaus nachvollziehen.

Dann wiederum lese ich die logischen Aneinanderreihungen der verschiedenen bedachten Auswirkungen. Szenarien, die in die Zukunft entwickelt werden und Politiker, Unternehmer und Mitmenschen zu Entscheidungen herausfordern.

Hin und wieder finden weniger logisch begründete, jedoch in sich denkbare Theorien ihren Weg zu meinem Interesse. Sie verweisen ebenfalls auf wahrnehmbare Tatsachen, stellen diese jedoch in einen anderen Zusammenhang.

Auch lesenswert sind Artikel von mir sympathischen Mitdenkern dieser Zeit. Sei es Claus Otto Scharmer, Yuval Noah Harari oder anerkannte Journalisten aus den verschiedenen Ressorts der Tages- und Wochenpresse.

Bei den nackten Zahlen regt sich die Frage, was wie erhoben wird. Meine wissenschaftliche Erfahrung hat mich gelehrt, wie abhängig die Ergebnisse von den erhobenen Daten sind. Jeder, der seine Bachelor- oder Masterarbeit geschrieben hat, kann dies nachvollziehen.

Die verschiedenen, in sich logischen Gedankengänge der Szenarien und Verschwörungstheorien beziehen sich zwar auch auf punktuelle Wahrnehmungen der Fakten, weisen jedoch, abhängig von unterschiedlichen, persönlichen Bewertungen, in diverse Richtungen. Die persönliche Beurteilungslage des Autors zeigt sich also darin.

Bei den sympathischen Autoren diverser Artikel verschmilzt sogar diese Beurteilungslage mit der eigenen Beurteilungslage. Ich lese, was ich denken will und werfe gegebenfalls die eigene Fähigkeit des kritischen Denkens über Bord.

Damit wird für mich deutlich, wie wichtig es derzeitig ist, das eigene Denken zu beobachten und sich die Frage zu stellen: Denke ich wirklich unbeeinflusst, oder werde ich gedacht (indem mein Denken sich nur assoziativ an den sympathischen Gedanken anderer anlehnt)?

Aus diesem Impuls ist es sehr bemerkenswert, dass der Ruf nach Besinnung, nach Meditation und Innehalten derzeitig sehr laut von verschiedensten Seiten formuliert wird. Und nicht nur ein Mitdenken und ein gemeinsames Wahrnehmen der Situation, sondern auch ein daraus resultierendes Tun sollte dann folgen. Denn alles still gedachte, möge es auch noch so richtig sein, bedarf eines entschiedenen Tuns oder Lassens in der uns umgebenden Welt.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Ostern.

Onlineschwemme Beobachtungen

Geht es dir auch so? Dauernd kommen neue Angebote für kostenlose Webinare, grossartige und garantiert erfolgversprechende Marketingunterstützung oder persönliches Coaching zu dem, was dich wirklich erfolgreich macht. Da wird dann als erstes vom richtigen Mindset gesprochen und dann auch davon, dass die anderen dir was falsches verkaufen. Und wenn du dann zweimal teilgenommen hast, dann stellst du fest, dass der Aufbau immer der gleiche ist: Erst die Begründung, warum der Gastgeber der Profi für sein Thema ist, dann drei Tipps: Mindset ändern, jetzt anfangen und noch irgend etwas in der Art. Und dann: Wenn Du wirklich erfolgreich sein willst, bewerbe dich…

Was dann folgt, ist die weitere standard Werbestrategie. Sie baut darauf auf, dass Du das Gefühl bekommst, jemand will dir was Gutes, tun, Du bist besonders und Du kannst alles.

Wenn ich die Angebote anschaue, mag ich gar nicht glauben, dass das funktioniert. Sind wir wirklich schon so dumm, dass wir das nicht merken? Ich gebe zu, ich probiere es selbst gerade aus. Aber offensichtlich stimmt mein Mindset noch nicht. Ich bringe es einfach nicht übers Herz so platte Aussagen und Versprechungen marktschreierisch herauszurufen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich seit Jahrzehnten mit der Kunst der Frage beschäftige. Viele der Angebote starten mit Fragen: Willst du auch zu denjenigen gehören… Willst du… Warum … Wie du …

Treten wir einen Schritt zurück:

Wer stellt diese Frage an mich? Der Coach, der Trainer, der Marketingprofi. Und warum stellt er diese Frage an mich? Er möchte etwas verkaufen. Eine Dienstleistung, eine Methode. Und warum reagiere ich darauf?

Die Antwort ist sehr einfach: Wenn ich persönlich gefragt werde, fühle ich mich angesprochen und wertgeschätzt. Und gleichzeitig greift der in den Schulen antrainierte Mechanismus: Wenn dir eine Frage gestellt wird, dann musst du darauf eine Antwort geben. Und schwupps haben wir das Gefühl, wir sind in einem persönlichen Dialog.

Meine Anregung für heutige Zeiten: achte viel mehr darauf, welche Fragen dir gestellt werden, mit welcher Intention. Und frage dich öfters: Bin ich derjenige, der eine Antwort darauf braucht oder der Fragende.

Falls Dich das Thema mehr interessiert, kannst Du dich gerne bei mir melden. www.evokator.de/beratungsgespraech 😉

Was sollen wir tun?

Es ist doch so:
Ob Experten, Semiprofessionals, Laien, Verkäufer, Politiker oder Scharlatane: wir alle geben Antworten auf Fragen zur Krise. Dabei lautet die Frage “Was soll ich tun?” zwar bei jedem der sie stellt gleich, die Antwort darauf ist aber immer individuell.
Wenn wir uns klar machen, wie genau die Frage des anderen an uns ist, dann werden wir viel weniger unnütze Antworten geben.
Meistens jedoch nehmen wir uns dazu keine Zeit.

Wie lauten unsere Antworten, wenn diese Frage “Was soll ich tun?” von

  • einem Apotheker
  • einer Busfahrerin
  • einem Chauffeur
  • einer Designerin
  • einem Eisverkäufer
  • einer Fahrradmechanikerin
  • einem Gastronom
  • einer Hostess
  • einem Imker
  • einer Jägerin
  • einem Kioskbesitzer
  • einer Landfrau
  • einem Maschienenbauingenieur
  • einer Nachrichtensprecherin
  • einem Opernsänger
  • einer Polizistin
  • einem Quantenphysiker
  • einer Reiseleiterin
  • einem Samenzüchter
  • einer Tänzerin
  • einem Unfallarzt
  • einer Veterinärin
  • einem Wachmann
  • einer X-beliebigen Person
  • einem Yachtbesitzer
  • einer Zugschaffnerin

gestellt werden?

Dazu müssten wir auch wissen: Wie betont der- oder diejenige seine oder ihre Frage: Liegt die Betonung auf dem “Was”, dem “Sollen”, dem “Ich” oder dem “Tun”?

Spielkarte aus “Katalyst – evocational advice”

Es gibt sie nicht, die X-Beliebigen. Wir erkennen, dass wir alle individuell sind und als solche wahrgenommen werden wollen. Daher sind die Gespräche, das gegenseitige Interesse aneinander, gerade heutzutage so notwendig.

Und nicht nur in der Krise, sondern immer und immer mehr: Im Arbeitsleben, in der Familie, in der Gemeinschaft.

Traut euch mehr zu Fragen, statt zu schnelle Antworten zu geben! Traut euch, eure Frage für euch selbst erstmal zu verstehen. Traut euch, solange im Dialog zu sein, dass der Antwortende nicht aus seinem eigenen Verständnis heraus antwortet, sondern aus dem echten Verstehen der Frage des Anderen.

Diese Achtsamkeit, dieses Zu-hören, ist die größte Chance der Begegnung. Wenn wir uns die Fragen, die durch das Auftauchen des Coronavirus in der Gesellschaft gestellt werden bewusster machen in all der individuellen Auslegung, werden wir mehr Nähe, Dialog, Menschlichkeit finden.

#staysafe #asktherightquestions #evocate #physicaldistance #socialdialog

BYTR oder Katalyst?

Boost Your Team Responsibility – ein starkes Akronym, getrieben von den kraftvollen Begriffen des Teams und des Boostens.

Übersetzt man “boost” geht es um erhöhen, steigern, fördern, verstärken, verbessern, ankurbeln, auffrischen, intensivieren, beleben und bekräftigen. Alles starke Begriffe, die in der heutigen Zeit oftmals wichtig erscheinen. Bei der Recherche zum Teambooster findet man Teamtrainings, die mit verschiedensten Herausforderungen den Teams verhelfen, ihr Selbstbild, ihre Mission, ihre Regeln zu definieren und sich in den gegenseitigen Erfahrungen besser kennenzulernen. Vertrauensaufbau durch Grenzerfahrungen und Abenteuer sind häufig zu finden.

Wer oder was boostet denn da eigentlich? Auch wenn die Teammitglieder die Akteure sind, so ist doch oftmals der Trainer derjenige, der ihnen die Aufgabenstellungen gibt und ihnen damit zu neuen Erkenntnissen und dem obligatorischen Blick über den Tellerrand ermöglicht.

Als Trainer habe ich oft erfahren, wie bei aktivierenden Übungen sofort die ersten Teilnehmenden sich abwandten oder mit einem “oooch, das haben wir doch schonmal gemacht” eher Ablehnung signalisierten. Immer stärker treibt mich die Frage um: Brauchen wir ein Boosten von Außen? Benötigen wir wirklich den kreativen Tritt in den Hintern? Zumal auch immer wieder Teilnehmende berichten, dass sie zwar viele spannende Erfahrungen gemacht hätten, dies jedoch nichts mit den Herausforderungen in der konkreten, täglichen Arbeit zu tun hat.

Braucht es nicht eher Katalysatoren? Ich habe in meiner über 20jährigen Laufbahn als Trainer und UnternehmensKulturEntwickler an jedem Ort Menschen erlebt, die in irgend einer Art und Weise motiviert sind. Dank der Auseinandersetzung mit MPA, Reiss-Profil oder MSA konnte ich genauer verstehen, warum Menschen in gleichen Situationen vollkommen verschieden reagieren. Für denjenigen, der nur aus seiner eigenen Brille darauf schaut, wird oft das Erlebnis der Demotivation daraus. “Warum handelt der Andere nicht so wie ich – ist er nicht motiviert?”

Doch, er oder sie ist motiviert. Leider haben wir nur nie richtig gelernt, wie wir mit diesen unterschiedlichen Motivationen umgehen können.

Was wäre denn, wenn wir uns erstmal wirklich aufeinander einlassen? Wenn wir mal konkreter nachfragen, welche Bedeutungen die gemachten Erfahrungen haben und wie die Zukunftsideen aufgrund der persönlichen, intrinsischen Motivation bewertet werden? Was wäre, wenn wir zunächst mal beginnen, die Fragen des Gegenübers wirklich zu verstehen? Was wäre, wenn wir diese Fragen, die uns selbst vielleicht schwer fallen, in unseren täglichen Begegnungen pflegen könnten und damit sehr individuelle Lösungswege aufzeigen können?

Da wir in der Regel verlernt haben, die richtigen Fragen zu stellen, benötigen wir hier eine Hilfestellung: einen Katalysator, der sich selbst nicht verändert, aber uns hilft, uns zu verändern. Der Mensch ist per se interessiert und strebt Entwicklung und Veränderung an. Als Kind konnten wir ohne Ende den Eltern Löcher in den Bauch fragen. Wo ist diese unschuldige Art geblieben? Und was haben uns unsere Kinder schon durch ihre Fragen die Augen geöffnet – obwohl sie bei weitem nicht soviel Lebenserfahrung haben, wie wir? Gerade erleben wir ja, dass all das, was wir in unserer wissenschafltichen Welt zum Klimawandel an Antworten zusammengetragen haben von den Kindern und Jugendlichen hinterfragt wird: Und was machen wir nun? Wie retten wir die Kindheit unserer Enkel? Und daraus entstehen für jeden von uns zwar gleiche Fragen, aber sehr unterschiedliche Antworten: “Was ist mein gehbarer Weg, um die Zukunft enkeltauglich zu machen?”

Fragen, auf die es zunächst keine eindeutige Antwort gibt, sind starke Motivatoren. Mach dir mal klar, an welcher Frage Du arbeitest, die dein Leben sinnvoll macht? Welche Frage treibt Dich an, das zu tun, was Du im nächsten Jahr tun willst?

Fragen sind – wenn sie richtig gestellt werden – Katalysatoren. Sie verändern denjenigen, an den sie gestellt werden – und bleiben dabei doch gleich.

Evokatorische Führung und Beratung macht sich das Wissen um die Kraft der Fragen und um die Einzigartigkeit der Fragen, die jeder in uns trägt, zunutze. Sie hilft uns, diese Fragen als wichtigste Antreiber zu verstehen und nicht mit Antworten zu überhäufen, die dem Fragenden nicht gerecht werden.

Die eingangs gestellte Frage hat einen Hintergrund: Derzeit entwickle ich ein Kartenspiel, welches ursprünglich den Arbeitstitel BYTR – Teambooster trug. Inzwischen weiß ich: Es geht bei der Spielidee um einen Katalysator. Die Kräfte der intrinsischen Motivation sind in jedem Team vorhanden. Werden die Mitglieder mit ihren eigenen Antrieben, Werten und Zielen auf Augenhöhe wahrgenommen, entstehen katalytische Effekte und die vorhandene Motivation wird entfesselt. Für mich ist die Antwort inzwischen klar: Für das Spiel wird es Katalyst heißen. Auch wenn es manches Team “boosten” wird.

… es geht los!

Der erste Online-Kurs zur Evokatorischen Führung ist gestartet. Der Prototyp wird im Rahmen einer Masterarbeit an der FH-Wien der WKW untersucht. Kursdesign, Zufriedenheit der TeilnehmerInnen und Wirkung Evokatorischer Führung stehen im Fokus. Mit dem Ziel, nebenberuflich mit 1-2 h je Tag über einen Zeitraum von 8 Wochen diese Führungsmethode kennen und vorallem anwenden zu lernen, starten 8 Probanden.

Wir freuen uns über dieses spannende Projekt. Und sind gespannt auf die Ergebnisse!