5 Fragen, die Du dir stellen kannst, um deine Verantwortung zu klären

Was haben Storytelling und Verantwortung gemeinsam?

Gestern habe ich an einem Webinar zum Thema Storytelling teilgenommen. Die Referentin erläuterte uns darin ein Canvas-Modell mit verschiedenen Feldern, über welches man die Rahmenbedingungen und die Wortwahl, das Publikum, die Zielsetzung etc. erarbeitet. Anschliessend fällt die Entwicklung und Erzählung der Story deutlich leichter.

Vor mehr als 10 Jahren startete ich in meinen Workshops mit Führungskräften im internationalen Anlagenbau eine persönliche Forschung, die ich immer wieder neu durchführe: Ich frage nach dem Aufgabenfeld der Teilnehmer und – meistens nach einer Nacht des Überschlafens – nach ihrer Verantwortung. Wir sammeln dann die Aussagen, was denn Verantwortung sei und welche Parameter oder Kriterien erfüllt sein müssen, um zu ermöglichen, dass der entsprechende Manager seine Verantwortung übernehmen kann.

Was beides gemeinsam hat? Die Story, als auch der Begriff der Verantwortung, sind sehr stark von Kontext und Zielgruppe abhängig.

Probiere es selbst einmal aus: Beobachte dich, wie du reagierst, wenn du deine Verantwortung

  • deinem Nachbarn
  • deinem geschätzten Mitarbeiter
  • deinem Kunden
  • deinem Rivalen oder
  • deinem Lieferanten beschreibst.

Wird die Definition wirklich genau die Gleiche sein? Und wenn ja, wird sie in ihrer Aussprache gleich betont?

Welche Rückfragen werden von deinem Gegenüber zurück gestellt werden?

Verantwortung ist eigentlich ein Prozess, der Abhängig von den daran beteiligten Menschen, Materialien und Prozessgesetzmäßigkeiten ist. Verantwortung ist lebendig und muss mit jedem Schritt in der Bewältigung der Aufgabe, sich wieder neu definieren.

Gerade in diesen Zeiten wird sie zeigen, wie wir mit dieser Herausforderung umgehen werden: Die Verantwortlichen für die Coronachance / -krise werden gesucht. Und was wird dann geschehen, wenn man sie gefunden hat?

In vielen Unternehmen wird bei Fehler anschliessend der Verantwortliche gesucht. Man trifft Entscheidungen und viele verlassen danach das Unternehmen zwangsweise oder auch aus eigenem Willen. Auch wir werden nach der Verantwortung der Politiker rufen und mit den nächsten Wahlen darüber entscheiden, was die Konsequenz ihrer Entscheidungen sein wird.

Ich halte das für Fragwürdig: Wir geben den Verantwortlichen das Recht, Entscheidungen zu treffen und überlegen uns oft erst hinterher, was die Konsequenzen sind, wenn diese Entscheidungen sich im Nachhinein als falsch herausstellen. Wenn wir Verantwortung an jemanden übertragen, dann sollten wir in diesem Moment bereits die Konsequenzen mit bedenken. Und wenn Verantwortung ein Prozess ist, dann folgt daraus, dass mit dem Wachsen der Verantwortung immer wieder ein Dialog gesucht werden muss, um Auftrag, Verantwortung und Konsequenz abzustimmen.

Der Gärtner setzt die Rahmenbedingungen dafür, dass seine Frucht reifen kann. “Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!” Foto: (c) pixabay

Welche Verantwortung trägst Du gerade? Und wo bist du dir der Konsequenzen bewusst?

Wie beim Storytelling ist es wichtig, die Rahmenbedingungen situativ anzupassen. Die folgenden fünf Fragen helfen dir dabei, deinen situativen Fokus auf deine Verantwortung zu schärfen:

  • Welche Fähigkeiten, fachkich und sozial, brauchst du für die Aufgabe?
  • Was sollst du erreichen aus Sicht deiner Stakeholder, der Gesellschaft, des Unternehmens?
  • Welche Entscheidungen sind als nächstes zu treffen?
  • Welche positiven und negativen Konsequenzen sind zu erwarten?
  • Willst du die Verantwortung für diese Aufgabe tragen?

Diese Fragen stammen aus dem ErIch-Modell und werden in meinem Online-Kurs zur evokatorischen Führung hergeleitet und begründet.

Interesse? Gerne melden.

Viel Erfolg bei der Übernahme und Übergabe von Verantwortung!

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